Mohrenkönig
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Der vierte Sohn des Seidenherrn Andreas Pestaluz-Heidegger zum Weißen Turm (1581 bis
1646), Hans Rudolf Pestaluz (1619-1700), war der Stammvater eines Familienzweiges, der nie
sehr zahlreich war, der aber im letzten und in diesem Jahrhundert einige markante
Persönlichkeiten hervorgebracht hat. Er war wie seine Brüder Seidenhändler und wurde nach
einem längeren Aufenthalt in der Fremde 1658 Zünfter zur Saffran.
Tafel 048 - Pestalozzi-Müller Wappen
Das Seidengeschäft betrieb er zusammen mit seinen unverheirateten Brüdern Caspar (1618-
1673) und Hans Heinrich Pestaluz (1629-1691). Er wohnte zuerst in der vordem Gasse in der
Neustadt, später (1682) im Haus zum Brünneli bei seinem Vetter gleichen Namens, Hans
Rudolf Pestaluz-Pestaluz (1632-1700). Möglicherweise hat er schon das Haus zum
Mohrenkönig erworben. Von seiner Gattin, Barbara Müller, aus dem Geschlecht der alten,
vornehmen Müller, der Tochter des Goldschmieds Hans Heinrich Müller, hatte er sieben
Kinder. Vier von diesen starben schon in zartem Alter, eine Tochter blieb unvermählt. Seine
Tochter Barbara war in erster Ehe mit Spitalschreiber Beat Rudolf Greuter, in zweiter Ehe mit
dem Ratsprokurator (Rechtsanwalt) Johann Rudolf Albrecht (1669-1731) vermählt. Dieser war
Hauptmann und 1712, während des sogenannten Zweiten Villmergerkrieges, der von Zürich
hauptsächlich gegen den Abt von St. Gallen um das Toggenburg geführt wurde,
Kommandant der zürcherischen Festung Forsteck im Rheintal und regierte 1718-1728 als
Landammann die Landgrafschaft Thurgau.
Der Sohn Hans Rudolf Pestaluz (1661-1737) war der Familientradition entsprechend im
Seidenhandel ausgebildet worden. Er hatte seine Lehrzeit in Bergamo verbracht. Nach seiner
Rückkehr gründete er sich einen Hausstand und zog in das Haus zum Mohrenkönig. In den
Familienakten führen daher er und seine nächsten Nachkommen die Bezeichnung «Pestaluz
zum Mohrenkönig». Dem Scharfsinn des zürcherischen Häuserforschers Dr. h. c. Adrian
Corrodi-Sulzer ist es nach langem Suchen gelungen, das Gebäude festzustellen; es ist das
Haus Marktgasse 19, das gegenüber dem Zunfthaus zur Schmiden an der Ecke zur
Metzgergasse mit einer knappen Fensterbreite über die Front der schmalen, alten Häuser
hervorragt. Hans Rudolf Pestaluz vermählte sich 1689 mit Anna Magdalena Bodmer, einer
Schwester der Ursula Bodmer, die 1688 Hans Conrad Pestaluz zum Brünneli (1660-1745)
geheiratet hatte. Wie sein Vetter, so mußte auch Hans Rudolf die übliche Bewilligung zur
Heirat dieser entfernten Verwandten, deren Großmutter eine Pestaluz gewesen war, einholen
und zum voraus die übliche Buße bezahlen
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. Sein Schwager Zunftmeister Heinrich Bodmer
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Stammtafel 21
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Staatsarchiv Zürich, Ratsmanual 625, S. 45 (2.1.8.1689).