strengen Gesetzen das Land verlassen
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.
Der jüngere Sohn, Hans Rudolf Pestaluz (1709-1742), war ebenfalls Kaufmann. Er hatte Anna
Barbara Pestaluz, die Tochter von Rudolf Pestaluz-Amsler im Weißen Turm, geheiratet. Auch
zu dieser Verwandtenehe war der obrigkeitliche Dispens erteilt worden. Daß es sich bei
diesen «Ausnahmebewilligungen» vom Eheverbot lediglich um eine Formsache und eine
Einnahmequelle für den Staat handelte, sehen wir aus dem Ratsprotokoll vom l1.August
1734. In jener Sitzung wurde nicht weniger als vier Brautpaaren, die alle im dritten Grad
verwandt waren, der Ehedispens erteilt, wobei aber die Gebühren nach Stand und Vermögen
abgestuft wurden. Der wohlhabende Stadtburger Pestaluz mußte 200 Pfund bezahlen, die
bäuerlichen Untertanen je nur 25 bis 30 Pfund
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. Hans Rudolf Pestaluz starb schon 1742 im
Alter von dreiunddreißig Jahren. Seine Witwe zog in das Haus zum Streit an der
Froschaugasse.
Ein einflußreicher und zahlreicher Kreis der Stadtbürgerschaft war die Geistlichkeit. Zu ihr
gehörten die Professoren an den zürcherischen Schulen, die Chorherren, die Stadt- und Land-
geistlichen. Alle diese zählten wie die regierenden Familien zur Herrenklasse. Die Pfarrers-
familien waren vielfach untereinander verwandt. Sie bildeten das Bindeglied zwischen den
politisch einflußreichen Kaufleutefamilien und der gewerbetreibenden Bürgerschaft. Sie
hatten einerseits durch ihre kirchliche Organisation mit dem Antistes an der Spitze großen
Einfluß auf das ganze Staatsleben, und anderseits übte die Stadt durch die Landgeistlichen,
die alle Stadtbürger waren, ihr Regiment auf geistigem und sozialem Gebiet bis in den
hintersten Bauernhof aus. In diesen Kreis der protestantischen geistlichen Herren traten die
Pestaluz vom Mohrenkönig während mehr als einem halben Jahrhundert, nachdem das Haus
veräußert worden war. Es ist die einzige Linie unserer Familie, in der sich so etwas wie eine
Tradition des geistlichen Standes gebildet hat, eine Tradition, die durch den Familienfonds
mit seiner Bevorzugung des theologischen Studiums bewußt gefördert wurde.
Die erste Beziehung mit dem geistlichen Stande wurde 1758 geknüpft durch die Heirat der
einzigen Tochter des verstorbenen Rudolf Pestaluz-Pestaluz, Anna Barbara, mit dem Pfarrer
in Erlenbach, Jakob Oeri. Er war nach nur fünfjähriger Ehe mit Ursula Pestaluz vom Trauben
Witwer geworden. Anna Barbara Oeri-Pestaluz wurde die Stammutter der Familie Oeri in
Basel. in dieser Familie lebte sie in ihrem Alter als ehrwürdige Matrone und wurde um ihres
liebevollen und verständigen Wesens von ihren Kindern und Enkeln hoch verehrt, wie ihr
Enkel in seinen Erinnerungen berichtet.
Als einzige Ausnahme blieb Küngolt Pestaluz, die Tochter Heinrichs, außerhalb dieses
geistlichen Kreises. Ihr Mann war Chirurgus Johann Conrad Holzhalb (1729-1817), von dem
es heißt, daß er «Alchimist und Goldmacher» war, also ein eigentlicher Außenseiter im
geistigen Zürich der Aufklärungszeit.
Hans Rudolf Pestaluz (1736-1790), der Sohn Heinrichs, ergriff die geistliche Laufbahn. Er
studierte am Carolinum in Zürich und wurde 1761 ordiniert als Verbi Divini Minister. Bei
dem großen Andrang zu den geistlichen Stellen mußte er sich zunächst mit der Stelle eines
Vikars in Trüllikon begnügen. Dort wirkte er auch als Hauslehrer bis 1775. Es ist eine
Besonderheit der schweizerischen Kirchengeschichte, daß nach der Reformation, als
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Staatsarchiv Zürich, Stadtgerichtsbücher B VI, 145, S.95 (13.11.1745), und 146, S.53 (29.9.1746); Ratsmanual
850, S.25 (31.1.1746).
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Staatsarchiv Zürich, Ratsmanual 803, S. 15 (11.8.1734).