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daher um die Errichtung eines Arbeitshauses in seiner Gemeinde. Als diese 1820 von einem
furchtbaren Brandunglück heimgesucht wurde, gelang es seinen rastlosen Bemühungen bei
Menschenfreunden, die Häuser wieder aufzubauen. Die Predigt, die er damals nach dem
Unglück, dem eine Anzahl Menschenleben zum Opfer gefallen waren, gehalten hat, ist im
Druck erschienen. Dieser unermüdliche Seelsorger starb schon im besten Mannesalter an
einem Leberleiden
186
.
Seine Witwe zog mit ihren beiden Kindern wieder in die Stadt, wo sie zunächst im
«Bilgerischiff» wohnte. Später zog sie zu ihrem Sohn Rudolf Alexander Pestalozzi auf den
Münsterhof.
Dort erlebte sie in ihrem hohen Alter, das charakterisiert war durch ihr
anspruchslos heiteres Gemüt und ihre stille Frömmigkeit, das Auf blühen einer neuen Linie
der Familie.
Drei Kinder, zwei Söhne und eine Tochter, waren schon früh in zartem Alter gestorben. Die
Tochter Maria Magdalena (1812-1851) wurde wiederum eine Pfarrfrau. Sie heiratete Heinrich
Zimmermann (1804-1873), der Pfarrer in Witikon war, daneben als Privatdozent an der
theologischen Fakultät der neugegründeten Universität wirkte und überdies als Mitglied des
Kantonsrates, als Mitbegründer der neuen Kirchenzeitung für die reformierte Schweiz,
Mitstifter der Gelehrten Gesellschaft und Präsident der Kämbelzunft am öffentlichen und
kulturellen Leben lebhaften Anteil nahm.
Dem Sohn Rudolf Alexander Pestalozzi (1815-1895), dem Begründer des Handelshauses am
Münsterhof, und den Enkeln Pfarrer Ludwig Pestalozzi und Dr. h. c. Friedrich Otto
Pestalozzi werden wir in ihren eigenen Lebensbildern begegnen.
Das haus zum Steinbock
187
Während drei Jahrhunderten haben sich alle Pestaluzen in Zürich im gleichen Quartier
angesiedelt. Der Weg von einem Haus zum andern, auch wenn sie nicht alle an der gleichen
Gasse lagen, war nur wenige Minuten.
Auch das Haus zum Steinbock lag von der Froschaugasse gleich um die Ecke am
Rindermarkt (heute Nr. 17). Den Namen hatte es von einem Ludwig Steinbock, der 1467
Besitzer dieses Hauses war. Der Ausbau des Gebäudekomplexes erfolgte im 18.Jahrhundert.
Zur Liegenschaft gehörte der «Kleine Steinbock» (Steinbockgasse 5) und an der Straßenfront
gegen den Rindermarkt der «Große Steinbock». Es ist das stattlichste Haus an diesem ältesten
Marktplatz der Stadt, mit der breitesten Fassade, geziert durch ein zierliches schmiedeisernes
Balkongitter über dem Haustor
188
.
Hier siedelte sich Johann Jakob Pestaluz (1711-1787), ein Sohn Johann Conrad Pestaluz-
Bullingers aus dem Brünneli, an. Er war ein erfolgreicher Kaufmann, aber auch ein vielseitig
begabter, für Wissenschaft und Kunst interessierter Mann, ein würdiger Vertreter des
zürcherischen Bürgertums, das in jener und der nächsten Generation so außerordentlich viele
geistreiche Männer hervorgebracht hat.
Zunächst wurde Johann Jakob Pestaluz mehrere Jahre im väterlichen Geschäft in Bergamo
ausgebildet. Dort empfing er mancherlei Anregungen wissenschaftlicher und künstlerischer
Art. Vorab widmete er sich mit Erfolg dem Seidenhandel. Auch nachdem er sich dauernd in
                                                
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Schweizer Monatschronik 1824, S. 159. «In Memoriam» (Biographie Rud. Alexander Pestalozzis) von F.O.
Pestalozzi, Zürich 1895.
187
Stammtafel 24
188
Carl Stichler, Vom Haus zum Kleinen Steinbock, in Zürcher Wochenchronik 1915, S. 349.
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