ausüben können. Der Initiant schlug dazu vor, eine Bestimmung aufzunehmen: «Wäre
aber einer sein Lebtag ein Schlingel gewesen und hätte ein liederliches Leben geführt,
sonderheit wenn er schon zu seiner Auferziehung auf dem Fond genutzt hätte, so gebe
ich ihm die Exclusive»;
IV.
einen Fonds für Ehefrauen der Pestaluzen;
V.
einen Fonds für Ehefrauen aus unserem Geschlecht, die in andere Familien verheiratet
sind;
VI.
einen Fonds der Witwer;
VII.
einen Fonds der Witfrauen von Pestaluzischen Ehemännern; und endlich
VIII.
einen Fonds für Witfrauen unserer Familie, so Männer aus anderen Familien gehabt.
Glücklicherweise wurde die Stiftung dann in bedeutend einfacherer Weise ins Leben
gerufen.
Bei Anlaß der Frühjahrssynode am 1.Mai 1750 bot sich Gelegenheit, daß alle volljährigen
Glieder der Familie Pestalozzi zusammentreten konnten. Die ehrwürdigen Stifter des Fonds,
zehn an der Zahl, trafen sich im Hause zum Weißen Turm. Es waren dies in der Reihenfolge
ihrer Unterschrift unter dem Protokoll:
Hans Jakob Pestaluz, der 74jährige Pfarrer in Dättlikon und Kammerer des Winterthurer
Kapitels. Er war seit drei Jahren schon blind, wie unter seiner Unterschrift beigefügt ist:
«Lumine utriusque oculi extincto mense augusto 1747».
Andreas Pestaluz, der 57jährige Pfarrer in Höngg, der Großvater des Pädagogen Heinrich
Pestalozzi;
Hans Rudolf Pestaluz zum Weißen Turm, damals im Alter von 46 Jahren, ein wohlhabender
Seidenherr, der zum zweiten Kurator des Fonds gewählt wurde;
Hans Rudolf Pestaluz im Brunnenhof, der zum ersten Kurator bestimmt wurde, stand im
Alter von 53 Jahren;
Johann Jacob Pestaluz, Sensal, 43 Jahre alt, der Bankier auf dem Müristerhof und Begründer
der Linie im Thalhof, war der Sohn des blinden Pfarrers Hans Jakob;
Heinrich Pestaluz, sein Bruder, der damals im «Schwarzen Garten» wohnte und 39 Jahre alt
war, amtete als Sekretär der Familienversammlung;
Hans Jacob Pestaluz im Brünneli, 39 Jahre alt, der Initiant der Idee zur Gründung des Fonds,
der Stammvater der Linie im Steinbock;
Heinrich Pestaluz, Hauptmann zum Brünneli, der Bruder des Vorigen, 36jährig, ist derjenige
Mitgründer, der die zahlreichste Nachkommenschaft hinterlassen hat;
Johann Baptist Pestaluz, Chirurg, damals 32 Jahre alt, der Sohn des ebenfalls anwesenden
Pfarrers Andreas und Vater Heinrich Pestalozzis;
Hans Conrad Pestalutz zum Trauben, der jüngste der Gründer, stand im 23. Altersjahr. Diese
würdigen Herren gaben der Stiftungsurkunde folgenden Wortlaut:
«Quod Deo 5. 0. M. gratum -
generique Pestalozziorum honestum salutareque sit!