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Die Kirche tritt auf in der Person einiger Angehöriger des Kapitels zu San Vincenzo, der
Hauptkirche der ganzen Landschaft von Gravedona, der sogenannten Pieve di Gravedona.
Es sind Geistliche, die entweder aus Como oder der Nachbarstadt Domaso stammten oder
aus adeligen Familien von Gravedona, wie Tixius della Torre di Mendrisio oder der junge
Priester Gufredus de Riva, der vierzig Jahre später zur Würde des Erzpriesters aufstieg. Der
damals amtierende Erzpriester Rogerius della Torre erscheint nicht bei diesem profanen
Geschäft. Zum kirchlichen Lebenskreis gehört auch die Zeitbestimmung für den Pachtzins,
der Tag des heiligen Martin, der ja auch bei uns bis vor kurzem noch das Rechnungsjahr der
Landwirte abschloß und als Termin für die Zinsen galt.
Das römische Recht, das auch nach der Völkerwanderung die Lebensbeziehungen in den
italienischen Gemeinden beherrschte, zeigt sich in dieser Urkunde in der Umschreibung des
Pachtverhältnisses, das ein rein privatrechtliches ist und keinen Hinweis etwa auf
lehensmäßige Abhängigkeit enthält, oder in der Bestimmung über das Darlehen und den
Zins. Trotzdem der eine Partner dieser Rechtsgeschäfte eine Kirche ist, treten beide Seiten
rechtlich als Gleichgestellte auf.
Was erfahren wir aus dieser Urkunde über die Familie Pestalozzi in der Mitte des
13.Jahrhunderts?
Tafel 003 – Gravedona am Comersee, auf dem Stammbaum der Familie Pestalozzi in Zürich, 1780.
(wahrscheinlich von Christoph Kuhn.)
Damals lebten die minderjährigen Kinder des Gubertus Pestalozza, der kurz zuvor verstorben
war. Gubertus Pestalozza wird als von Gravedona herstammend bezeichnet. Die Familie gehörte
also zu den Bürgern dieser Stadt. Gravedona war eine Landstadt, das Zentrum eines ganzen
Gebietes, der sogenannte Pieve. Die Stadt war um einen befestigten Hügel herum angelegt,
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