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oder, wie sie ursprünglich genannt wurde, «in den Congreß» — eingeführt und schrieben
sich im Protokollbuch ein. Bald wurde auch das Bedürfnis nach einem Familienbuch laut,
und 1780 wurde der Beschluß gefaßt, «ein schön geschriebenes Exemplar des Stammbuches
der Familie zu veranstalten». Das Buch, unter dem Titel «Beschreibung des wohledlen
Geschlechts der Pestaluzen», das in Anlehnung an das alte Hausbüchlein Johann Anton
Pestaluz-Schwyzers alle Glieder der Zürcher Familie, beginnend mit dem Stammvater Johann
Anton, aufführt, wird im zweiten Band bis heute fortgesetzt und dient als Grundlage für die
Berechtigung am Familienfonds.
Bald wurde es üblich, daß die Familienversammlung vom ältesten Mitgliede präsidiert
wurde. Die Bezeichnung «Senior» erscheint erstmals in den Protokollen beim Tode Jakob
Pestalozzis im Steinbock 1787. Von da an kann in der Großfamilie der Pestalozzi in Zürich
von einem Senioriat gesprochen werden. Es ist eine würdige Reihe von dreiundzwanzig
Senioren, die dem Geschlecht bis heute vorgestanden haben.
Familienfeste
In den Jahrzehnten nach der Fondsgründung wuchs die Familie sehr rasch heran und
vermehrte sich bedeutend. Schon um 1827 umfaßte sie sechsundfünfzig Glieder männlichen
und weiblichen Geschlechts, während sie um 1900 schon über hundert Angehörige zählte.
So machte sich das Bedürfnis geltend, alle Familienangehörigen, nicht nur die männlichen
Vertreter, von Zeit zu Zeit zusammenzuführen. Und es wurde jedesmal ein festlicher Anlaß.
Reden, Gedichte und Aufführungen, die oft von poetisch begabten und geistreichen
Teilnehmern für diese Familienfeste verfaßt wurden, sind als Andenken an diese geselligen
Anlässe niedergelegt, sie tragen alle das persönliche Cachet ihrer Epoche
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.
Die erste gemischte Vereinigung geselliger Art ist am 28.April 1813 erwähnt. Sie fand im
«Storchen» statt.
Am 30.April 1835 fand das nächste Fest statt. Der Beschluß über das Festprogramm lautete:
«Wenn auch bei diesem Fest die Annäherung und Befreundung zwischen sämmtlichen
Familiengliedern der eigentliche Zweck ist, so soll es ebenso sehr die freudige, herzliche
Theilnahme Aller an dem gesunden, frohen und glücklichen Alter des geehrten Seniors
bezeichnen, der am 20.April dieses Jahres sein neunzigstes Jahr zurückgelegt und seit dem
17. der älteste Bürger Zürichs ist» (Konrad Pestalozzi im Brünneli). Wir besitzen über dieses
wohlgelungene Fest nicht nur das von Adrian Ziegler, dem Bräutigam einer Enkelin des
Jubilars gedruckte Festgedicht, sondern auch die Briefe zweier jugendlicher Teilnehmer. Man
war auf ein Uhr ins «Casino» zum Essen geladen. Am anschließenden Ball nahmen 45
Personen teil.
Heinrich Pestalozzi (1818-1896) vom Wolkenstein schrieb an seinen Bruder Carl, der damals
in Leipzig Theologie studierte, am 1.Mai 1835:
«...Gestern war das allgemeine große Pestalozzi-Essen im Casino. Außer drey Frauen,
waren sämmtliche andere Mitglieder der Familie zugegen. Wer von den Kindern den
Löffel allein führen konnte, durfte kommen, u. alle andern nach dem Essen, unter diesen
letzteren war auch Otto (der jüngste Bruder des Schreibers). Herr Ziegler war natürlich
auch dabey, da es doch für seine Braut gar zu langweilig gewesen wäre, wenn sie ihren
                                                
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Die verschiedenen Andenken an die Familienfeste befinden sich im Familienarchiv.
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