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begründet, wenn man die Taufe des Grabadonus Pestalozza in die Zeit zwischen 1183 und
1196 ansetzen kann. Damals hatte das kleine Städtchen Gravedona die Unabhängigkeit
erreicht, für kurze Zeit freilich, war aber immerhin einmal weder dem nahen Como noch
dem mächtigen Mailand untertan. Im Frieden von Konstanz - zwischen dem Kaiser Friedrich
Barbarossa und dem lombardischen Städtebund - war Gravedona, die kleine Stadt, trotzdem
sie kleiner war und weniger gewichtig als Hunderte anderer Städte der Romagna und
Lombardei, gleichberechtigt mit den neunzehn größten und bedeutendsten Städten im
Friedensvertrag berücksichtigt. Und 1185 war der Konsul von Gravedona einer der Rektoren
dieses lombardischen Städtebundes.
Es war Gregorius de Canova gewesen, der diesen Triumph seiner Stadt verkörpert hatte. Sein
Name kommt übrigens in unserer Urkunde auch vor als Vatername des Pro-Notars Gabriel,
Sohn des Ser Gregorio de Canova. Es ist verständlich, daß dieser politische Triumph, gepaart
mit der städtebaulichen Verschönerung durch prächtige Kirchenbauten, den Gravedonesen
ein gehobenes Selbstgefühl gaben. Je kleiner eine Stadt ist, desto größer ist der Eindruck so
bedeutsamer Ereignisse auf ihre Bürger. Dieser Stolz auf ihre Stadt mag dazu geführt haben,
daß stolze Eltern ihrem Sohn den ungewöhnlichen Namen «Gravedono» gegeben haben.
Tafel 004 – Kirche San Vincenzo in Gravedona und Baptisterium
(heute Madonna del Tiglio).
Aus dem Jahre 1266 datiert eine weitere Urkunde, die ich in Zusammenhang mit der Familie
Pestalozza bringen möchte3. Am 20. November 1266 verkaufen Inverardo, Andrizetto und
Gasparino Panario sowie die Brüder Giovanni und Domenico Cazola und Grazietto, der Sohn
des Pietro Cazola, eine Anzahl von Grundstücken im Gebiet von Gravedona an Andrierio de
Fossato aus Gravedona, der in Como wohnt. Der Vertrag ist in Como abgeschlossen und vom
Notar Petrus de la Stampa von Gravedona verurkundet. Uns interessiert daran die Liste der
                                                
3
Urkunde vom 20.11. 1266, Archivio di Stato Milano, F.R., Cart. 126. Regesto bei Zecchinelli, S. 151.
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