Taufpate ist der Stammvater der zahlreichsten heute noch blühenden Familie Pestalozzi. Die
Patin war die Tante des Täuflings, Dorothea (1722-1759), spätere Frau Pfarrer Fäsi in Thalwil.
Über das Geburtshaus Pestalozzis herrschte infolge einer unrichtigen Überlieferung lange
Unklarheit, bis dem verdienten Forscher der Zürcher Häusergeschichte, A. Corrodi-Sulzer,
der Nachweis gelang, daß die Eltern Pestaluz-Hotz um jene Zeit vor dem Lindentor am
oberen
Hirschengraben gewohnt hatten. Für die Jahre 1745, Dezember 1746, 1747 und 1749 sind sie
dort bezeugt. Das Geburtshaus ist somit nicht das Haus zum Schwarzen Horn am
Rüdenplatz, sondern eines der bescheidenen Häuser am oberen Hirschengraben vor dem
Lindentor, also hinter dem heutigen Kunsthaus. Welches von diesen Häusern -
Hirschengraben 6, 8, 10, 12, 16 und Krautgartengasse 5 und 7 -
welche damals die Namen
«Zum Sommerhaus», «Zum liegenden Hirschli»‚ «Zum Sonnenblümli»‚ «Zum Maierisli» und
«Siebenkämmihaus» trugen, seine Geburtsstätte ist, läßt sich nicht mehr feststellen
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. Diese
Häusergruppe ist 1956 dem Erweiterungsbau des Kunsthauses zum Opfer gefallen.
«Vaterland! Was du immer bist, das bist du durch deine seit Jahrhunderten von den
Vätern begründete und lange, lange auf Kindeskinder herunter erhaltene Kraft deiner
gesegneten Wohnstube.»
Seine erste Wohnstube erlebte Pestalozzi also vor dem Lindentor. Doch nach dem Tode des
Vaters zog die Mutter mit den Kindern in die kleine Stadt, wo sie 1756 in einem kleinen Haus
im Werdmühlequartier neben der sogenannten Tharen beim alten Schützenhaus wohnte. Von
da aus besuchte Heinrich Pestalozzi die Lateinschule beim Fraumünster (1754-1757)
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.
Das
Quartier ist heute von Großstadtbauten zur Unkenntlichkeit verwandelt. Hier wuchs
Pestalozzi «an der Hand der besten Mutter» auf. Hier erlebte er die Aufopferung der treuen
Magd Babeli.
«Meine Mutter opferte sich mit gänzlicher Hingebung ihrer selbst und unter Entbehrung
alles dessen, was in ihrem Alter und in ihren Umgebungen Reize hätte haben können,
der Erziehung ihrer drei Kinder auf.»
Erst später (spätestens 1762) zog die Familie ins Haus zum Roten Gatter (Münstergasse 23),
wo 1769 die Witwe mit ihrem Sohn, ihrer Tochter und ihrer Magd und noch 1780 mit der
Magd allein nachgewiesen ist. Zehn Jahre später wohnte Frau Pestaluz-Hotz im Haus zur
Treu (Münstergasse 21), wo das treue Babeli 1788 gestorben ist. Susanna Pestaluz-Hotz starb
am 26.März 1796 und wurde zu St. Anna begraben
230
.
Großen Einfluß hatten auf Pestalozzi seine Lehrer, vor allem der begnadete Literatur- und
Geschichtsprofessor Johann Jakob Bodmer (1698-1783), der eine Reihe hochbegabter Schüler
nicht nur am Carolinum, sondern auch in der Gesellschaft zur Gerwe um sich versammelte
und vaterländisch entflammte. Neben ihm war auch Johann Jakob Breitinger (1701-1776), der
sein Lehrer in der hebräischen und griechischen Sprache war, ein Führer der zürcherischen
Aufklärung, und Johann Jakob Steinbüchel (1729-1796) begeisterte seine Schüler für das
Altertum. Die kleine Stadt Zürich brachte in der Generation Heinrich Pestalozzis eine so
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A. Corrodi-Sulzer, Das Geburtshaus Heinrich Pestalozzis, Neue Zürcher Zeitung, 1924, Nr. 1721.
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Ebenda.
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Ebenda. Ferner Bevölkerungsverzeichnis der Stadt Zürich, im Staatsarchiv Zürich, E 11(1756, 1769, 1780,
1790).