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Rathhaus ergangenen Kösten angehalten, und sie samtl. ... des weithern vor die Hrn.
Nachgängere (Untersuchungsrichter) bescheiden und ihnen von denenselben über ihre
straffbahr bescheinte aufführung Mn. Gn. Hrn. (Meiner gnädigen Herren) geschöpftes
Mißfallen unter nachtrucksamen Zuspruch bezeugt» (Ratsprotokoll 11.Febr. 1767)
233
. Einen
großen Eindruck hat dieser Zuspruch nicht gemacht, auch der Behörde nicht. Denn als
Heinrich Pestalozzi wenige Jahre später ein Leumundszeugnis brauchte, bescheinigte
derselbe Rat ihm am 1 Juli 1773 seinen «rühmlichen und tugendsamen Wandel»:
«Wir Burgermeister und Rath der Stadt Zürich urkunden hiermit offentlich, demnach
unser getreue liebe Burger Johann Heinrich Pestaluz, welcher dermahlen auf seinem
Landgut Neuenhoffen bei Bir Amts Königsfelden in dem Berner Gebieth sich aufhaltet,
um ein oberkeitliches Gezeugnuß seines allhier habenden Burgerrechts Ehrerbiethigste
ansuchung gethan, daß wir gar kein Bedenken getragen haben Ihme hierunter mit
gnädiger Willfahr zu entsprechen und gegenwärtigen Schein mitzutheilen, durch
welchen wir gedachten Johann Heinrich Pestaluz für unseren Verburgerten erkennen
und erklähren daß derselbe nicht nur, solange er sich hinter uns aufgehalten, einen
rühmlichen und tugendsamen Wandel geführt, sondern auch sein Burgerrecht stets
beybehalten und unserer ordnung gemäß Einer unserer löblichen Zünfften einverleibet
seye, also und dergestalten, daß wann derselbe über kurz oder lang in unsere Stadt
zurückkommen und daselbst seinen aufenthalt haben wolte, Ihme solcher jederzeit
freystehen und ganz unbenohmen seyn wird. Dessen zu urkundtlicher Beglaubigung
haben wir diseren Bürgerrechtsschein mit unserer Stadt Zürich Secret Insiegel offentlich
verwahren und bekräfftigen lassen, der geben ist Donstags den ersten Tag Heumonats
nach Christi unsers Erlösers gnadenreicher geburt gezellt Eintausend, Siebenhundert
Siebenzig und drey Jahre
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Ohne den Beruf seines Vaters zu ergreifen, war er bei dessen Zunft zur Schmiden eingetreten,
da jeder Bürger einer Zunft angehören mußte, und am 5.Januar 1769 als Chirurgensohn in die
Gesellschaft der Ärzte zum Schwarzen Garten aufgenommen worden.
Der Entschluß, Landwirt zu werden, war bei Heinrich Pestalozzi geweckt worden durch die
Bewegung der Aufklärungszeit, die unter Führung von Stadtarzt Johann Kaspar Hirzel auf
das Studium der Landökonomie hinzielte. Was in den ökonomischen und naturforschenden
Gesellschaften theoretisch ergründet wurde, das wollte er in die Tat umsetzen. Er ist damit -
wie Martin Hürlimann es ausgesprochen hat -
die Erfüllung des Sehnens zürcherischer
Jugend im Aufklärungszeitalter, er ist die weithistorische Frucht des praktischen Idealismus,
die jedem Schweizer eigen ist.
Damals, als er sich entschloß, sich dem Landbau zu widmen, ist er mit seiner Lebensgefährtin
zusammengetroffen. Beim Tode ihres gemeinsamen Freundes Johannes Kaspar Bluntschli, im
Kreise der «Patrioten» «Menalk» genannt, waren sie sich nahe gekommen. Anna Schulthess,
geboren am 9.August 1739, also sieben Jahre älter als Heinrich Pestalozzi, war die Tochter des
Zunftpflegers und Hauptmanns Johann Jakob Schulthess zum Pflug, eines angesehenen
Zürcher Kaufmanns und wohlhabenden Spezereihändlers, und der Anna Holzhalb
235
. Sie
hatte gute Schulen besucht und sich auf Reisen gebildet, sie war hochgewachsen und schön,
                                                
233
Staatsarchiv Zürich, Ratsmanual 934, S. 43, 48, 64 (11.2. 1767).
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Staatsarchiv Zürich, Ratsurkunden B V, Bd. 145, S.66 (1.7.1773).
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Emilie Schäppi, Anna Pestalozzi-Schulthess, die Lebensgefährtin Heinrich Pestalozzis 1768-1815, in
Schriften der Pestalozzigesellschaft, Zürich 1927, S.78 if. (nach einer 1911 gehaltenen Rede).
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