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besaß ein reiches Gemüt, hohen Verstand und trug, nach den Worten Pestalozzis, «den
Frühling im Herzen, der nie vergeht». Sie war als einzige Tochter neben fünf Söhnen der
Stolz ihrer Eltern. Kein Wunder, daß sie die Zustimmung zu einer Heirat mit Pestalozzi, dem
Idealisten mit dem unordentlichen Äußern, dem vermögenslosen Mann ohne bürgerlichen
Beruf, verweigern. 
Tafel 068 – Anna Pestalozzi geb. Schulthess, Gattin Heinrich Pestalozzis
Nach einer Zeit strenger Selbstprüfung haben sich die beiden Liebenden Ende August 1767
heimlich verlobt. Die lange Verlobungszeit brachte ihnen reichen Wechsel vom höchsten
Glück zum bittern Leid. Pestalozzi hatte zunächst auf dem landwirtschaftlichen
Musterbetrieb Johann Rudolf Tschiffelis, des Mitbegründers der ökonomischen Gesellschaft
von Bern, in Kirchberg eine weitere landwirtschaftliche Ausbildung erhalten. Um selbst ein
Landgut kaufen zu können, hatte er mit dem Bankhaus Schulthess zum Gewundenen
Schwert ein Finanzierungsabkommen schließen können. In Mülligen an der Reuß mietete er
ein kleines Landhaus, um in der Nähe davon, im Birrfeld, sein Land zu kaufen. Die Mutter
besorgte zunächst seinen Haushalt. Trotz der Fürsprache einflußreicher Freunde, worunter
Bürgermeister Heidegger selbst, wurde die Werbung Pestalozzis von den Eltern Schulthess
abgewiesen. Ursprünglich ohne Mitgift, nur mit ihren Kleidern und ihrem Klavier, verließ
Anna Schulthess das Elternhaus, um in aller Stille von ihrem Vetter, Pfarrer Georg Schulthess
in Gebistorf, am 2.Oktober 1769 getraut zu werden. (Das Paar feierte später jeweils den
30.September als Hochzeitstag.)
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