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wohl anzuwenden, so ist es gewiß diese aufmercksamkeit, mit welcher dieser erstling
meiner Schriftstellerischen carriere aufgenommen worden ist.»
Am 8.Oktober 1781 bat er die Familienstiftung um einen Vorschuß von 200 Gulden an die
Druckkosten zweier neuer Manuskripte. Durch Zirkularbeschluß der Familie wurde ihm
dieser unverzüglich, am l6.Oktober 1781, bewilligt
241
. Und sechs Jahre später, am 16.Februar
1787, erhielt er einen neuen zinslosen Vorschuß von 200 Gulden für den Druck zweier
Schriften. Gewiß ein Zeichen, daß die weitere Familie das Wirken Pestalozzis mit
Anteilnahme verfolgte.
Die weiteren Teile des Romans erschienen bis 1787, ebenso das zweite Volksbuch «Christoph
und Else». Aber der Erfolg war nicht mehr der gleiche.
VII.
Pestalozzi hatte der Welt noch so viel zu sagen, daß er sich nicht auf die Form des Romans
beschränken konnte. Es drängte ihn, die tiefsten sozialen Fragen unmittelbar anzupacken, die
Beziehung des Staats zur Not der Ärmsten und Unglücklichsten aufzugreifen. So entstanden
seine Schriften über «Gesetzgebung und Kindermord», mit der er an Stelle der Findelhäuser
die Wohnstube des schlichten, einfachen Menschen forderte. So entstand seine Abhandlung
über die Kriminalgesetzgebung. Und darum entschloß er sich, eine Wochenzeitung, das
«Schweizerblatt», herauszugeben, das aber nach einem Jahr schon wieder einging.
Dann kündete sich die Revolution an. Pestalozzi untersuchte deren Wurzeln in der Schrift «Ja
oder Nein». Frei von allen Schlagworten des Tages erkennt er in tiefer Weisheit in der
Revolution das Ergebnis einer langen Entwicklung. Dann erreicht ihn die Nachricht, daß er
zum Ehrenbürger der Französischen Republik ernannt worden sei. Die gesetzgebende
Versammlung in Paris hatte ihm, zusammen mit Schiller, Klopstock, Washington und
Kosciuszko, seiner Verdienste um die Menschheit willen, das Ehrenbürgerrecht der Republik
verliehen. Wieviel Hoffnung setzte er auf dieses Echo seiner Berühmtheit aus dem Sturm der
Welt, und wie wenig Gehör fand sein Ruf.
Doch bald nahm ihn die Bewegung des Stäfner Handels in der eigenen Heimat in Anspruch.
Er stellte sich auf die Seite des Landvolkes und erntete Mißtrauen bei seinen Mitbürgern in
der Stadt. Durch Lavaters und seiner Freunde Einfluß konnte verhindert werden, daß die
Todesstrafe an den Stäfner Aufständischen vollzogen wurde. Auch die Vorsteher des
Familienverbandes, würdige Seidenhändler und Bankiers, verstanden Heinrich Pestalozzi
nicht mehr. Sie hatten das verständliche Bedürfnis, die Rechnung des Fonds in Ordnung zu
bringen und wollten großzügig Heinrich Pestalozzi die Darlehen schenken. Am 26.Februar
1793 wird ihm freundlich vorgeschlagen, die Familie wolle auf das Darlehen von 1787 von
200 fl. ganz oder teilweise verzichten. Doch was kümmerte ihn das! Er antwortete auf dieses
Schreiben nie. Gekränkt beschlossen die Vorsteher daher nach geraumer Zeit, am 24.Juni
1794, ihn zu mahnen wegen der Rückzahlung des Darlehens und weil sein Sohn weder das
Einstandsgeld bezahlt noch sich im Protokoll eingetragen hatte. Selbstverständlich dachte
niemand daran, diese Mahnung durchzusetzen. Und schließlich fand auch das Gewissen des
Rechnungsführers Ruhe durch den formellen Beschluß: «Daß das Obligo gänzlich unnütz
gemacht und davon keine Rede mehr sein soll
242
                                                
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Ebenda, Protokollbuch zum Jahr 1781.
242
Ebenda, zu den Jahren 1793 und 1794.
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