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Zeugen. Es sind Amicus Guarimundus, Sohn des ?  Guarimundus de Guarimundis,
Gargadus de Bellero, Sohn des ? Bollerus de Canzella, Albertus Calcaloza, Sohn des
Guilhelmus Calcaloza, Alkerius de Canegro, Lanfrancus Curtus, Sohn des ? Ardricius, alle
von Gravedona. Ich vermute, daß Albertus Calcaloza ein Angehöriger der Familie Pestalozza
ist und daß der Notar eine Namensform verwendet hat, die in jener Zeit, da die
Geschlechtsnamen häufig noch nicht ihre endgültige Form erhalten hatten, im Dialekt wohl
gelegentlich noch statt der «offiziellen» Form gebraucht wurde (Calcaloza statt Pestalozza).
Damals muß die wörtliche Bedeutung noch in jedermanns Bewußtsein gewesen sein.
«Calcare» bedeutet aber dasselbe wie «pestare», nämlich stampfen, treten. Somit bedeutete
Calca-loza das gleiche wie Pesta-loza. Beide Worte wurden wohl noch damals für einander
gebraucht, auch als Zuname oder als Übername. Daß dem so ist und daß es sich um einen
Albertus Pestalozza handelte, für den der Notar den Namen Albertus Calcaloza hinschrieb,
wird durch einige weitere Überlegungen bekräftigt:
1.
Der Geschlechtsname Calcaloza kommt sonst in den sehr zahlreichen Urkunden von
Gravedona aus diesem und dem folgenden Jahrhundert nirgends vor. Es muß sich aber bei
diesem Albertus um eine angesehene, wahrscheinlich dem Stadtadel von Gravedona
angehörende Persönlichkeit handeln, denn auf der Zeugenliste steht er zwischen
Angehörigen des Adels. Vor ihm steht Amicus Guarimundus, dessen Vater bekannt ist als
«Ser» (Herr) Guarimondus de Guarimondis, und nach ihm steht Lanfrancus Curtus, dessen
Vater ebenfalls als «Ser» Ardricius Curtus bekannt ist
4
. Im allgemeinen wird bei der
Zeugenaufzählung eine gewisse Rangfolge beobachtet. Die Stellung zwischen diesen beiden
Angehörigen der Herrenklasse würde auf einen Pestalozza zutreffen, nicht aber auf den
Träger eines sonst unbekannten Namens.
2.
Der Vater des Albertus Calcaloza heißt Guilhelmus. Den gleichen Namen trägt der
1297 bis 1327 bezeugte Ser Guilhelmus Pestalozza. Nach dem Stammbaum von 1659, der sich
auch für die früheren Zeiten im Lichte der Urkunden als zuverlässig erwiesen hat, hätte der
Vater dieses Guilhelmus den Namen Albertus Pestalozza geführt
5
. Darf angenommen
werden, daß Albertus Calcaloza (Pestalozza) mit diesem identisch und somit der Vater des
zweiten Guilhelmus gewesen sei, so wäre der Vorname Guilhelmus vom Großvater auf den
Enkel übertragen worden, was einem viel geübten Brauch entspricht. Auf alle Fälle kommt
der Name Guilhelmus, der in der Urkunde von 1266 erwähnt wird, auch bei der Familie
Pestalozza, und zwar noch im gleichen Jahrhundert, vor.
3.
Schließlich sei noch darauf hingewiesen, daß einer der Verkäufer in diesem Dokument
der Sohn eben jenes Pietro Cazola ist, der 1254 als Vormund der Kinder Pestalozza amtete;
somit wahrscheinlich ein naher Verwandter der Pestalozzi war. Es lag daher nahe, daß dieser
Cazola einen Verwandten oder nahen Freund aus der Familie Pestalozza nach Como
mitnahm, um bei diesem für seine Familie wichtigen Güterverkauf als Zeuge mitzuwirken.
Wenn daher unsere Annahme zutrifft, daß Albertus Calcaloza, der im Jahre 1266 Zeuge war,
zur Familie Pestalozza gehörte, dann haben wir für die erste Hälfte des 13.Jahrhunderts drei
Personen unseres Geschlechts festgestellt:
Grabadonus Pestalozza, vor 11.Dezember 1254, Gubertus Pestalozza de Grabadona, vor
                                                
4
Zecchinelli, a.a.O., S. 184 und 185.
5
Stammbaum der Gesamtfamilie, verfaßt 1659 anläßlich der Vermählung von Rudolf Pestaluz von Zürich
mit Eva Felicitas Pestaluz von Wien, im Familienarchiv, Zentralbibliothek Zürich.
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