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Seine gründlichen Kenntnisse des Finanzwesens und seine Geschicklichkeit in der
Finanzverwaltung veranlaßte die helvetische Regierung, Pestaluz 1801 in die
Verwaltungskammer des Kantons Zürich zu berufen, trotz seiner abweichenden politischen
Einstellung. Es waren neue Männer, mit denen er jetzt zusammenarbeiten mußte.
Nach den verschiedenen überraschenden Wendungen, die der revolutionäre Zeitstrom auch
ins Leben Johann Jakob Pestaluz‘ gebracht hatte, führte ihn die politische Stabilisierung der
Mediation (1803) während kurzer Zeit an die Spitze der kantonalen Verwaltung als Präsident
der «Verwaltungskommission». Dann trat er in den Kleinen Rat über, der die neue
Regierungsgewalt verkörperte. Die Ereignisse hatten ihn gelehrt, im Staatswesen den
Grundsatz größter Sparsamkeit zu vertreten, um für außerordentliche Ereignisse gewappnet
zu sein. Auch solche blieben nicht aus. Die Grenzbesetzungen, der Durchzug fremder
Armeen nach dem Sturz Napoleons, nachher die Jahre der Teuerung brachten dem Staat
außerordentliche Lasten.
Bei der Umwälzung von 1814, der Restauration, behielt Pestaluz alle seine Ämter und
Würden bei und trat in die neue Regierung über als der ruhende Pol in der Flucht der
politischen Erscheinungen. Als jahrelanger Präsident der Finanzkommission, als Mitglied der
diplomatischen Kommission (seit 1803), welche die auswärtigen Beziehungen und
internationale Politik leitete, war er der gewandte Hüter einer gesunden Kontinuität. Die
diplomatische Kommission wurde umgewandelt in den Staatsrat, den Ausschuß des Kleinen
Rates zur Leitung der Außenpolitik. In diesem höchsten Amte und als Zürcherischer
Finanzminister (1803-1830) wirkte er mit Hingebung und schöpfte aus seiner reichen
Erfahrung noch anderthalb Jahrzehnte.
Erst im Jahre 1830, als nach der Julirevolution und dem Ustertag in Zürich neuerdings und
zum letztenmal eine tumultuöse Verfassungsänderung durchgeführt und die Regierung neu
bestellt wurde, legte Pestaluz seine hohen Ämter nieder. Er hatte das 81. Altersjahr erreicht.
Er hatte für den Staat Zürich Großes geleistet, in Demut und Bescheidenheit als Diener seiner
Mitbürger und ohne sich in den Glanz der Öffentlichkeit zu stellen. Er ist einer der
verdienstvollen Staatsmänner am Ausgang der sogenannten alten und Eingang der neuen
Zeit, denen das Verdienst zukommt, dem Freistaat Zürich das Wertvollste seiner politischen
Grundlagen aus der früheren Epoche hinübergerettet und ihn von den verhängnisvollen
Folgen, die sonst jede Revolution mit sich bringt, in weitem Maße bewahrt zu haben.
Hans Jakob Pestaluz starb an seinem 83. Geburtstag, dem 8.Oktober 1831.
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Pfarrer Mathias Pestaluz, 1777-1829
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Musikalische Begabung auf der einen Seite und anderseits eine besondere Befähigung, die
Seele des Zürcher Landvolkes zum Klingen zu bringen, sind zwei hervorragende
Eigenschaften, die den Zweig der Familie Pestalozzi in Wädenswil in verschiedenen Gliedern
und in verschiedener Erscheinungsform auszeichnen. Mit dem Anbruch des 19.Jahrhunderts
änderte sich allmählich und tiefgreifend das Staatsbewußtsein. Hatte vordem die hohe
Obrigkeit den staatlichen Zusammenhang allein verkörpert, so war es nun das Bewußtsein
                                                
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Staatsrat Hans Jakob Pestaluz:
Rudolf Pestalozzi, Die Tagebücher des Ratsherrn Hans Jakob Pestalozzi 1792-1798, Neujahrsblatt
Waisenhaus, Zürich 1954. Familienarchiv Pestalozzi, Zentralbibliothek Zürich, Tagebücher und Akten H.
Jak. Pestalozzis. Joh. Pestalozzi, H.J. Pestalozzi, Ratsherr, Neujahrsblatt Waisenhaus, Zürich 1853.
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Stammtafel 23
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