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des Volkes zu Stadt und auf dem Land, in dem die wahre Volksgemeinschaft lebendig
wurde. Dieses tiefe Gemeinschaftsbewußtsein, das schließlich zum Bundesstaat von 1848
führte, äußerte sich zunächst in mancherlei Gestalt, unter anderm auch in der Gründung von
Vereinen, sei es für Wehrsport, sei es für Musik oder andere Bestrebungen.
Tafel 073 – Pfarrer Mathias Pestaluz, 1777-1829
Einer, der diese bisher brachliegenden Kräfte erkannte, war Pfarrer Mathias Pestaluz.
Geboren am 5.Januar 1777 im Haus zum Trauben, verlor er mit acht Jahren seine Mutter, Frau
Dorothea geb. Römer, während sein Vater das nächste Jahr ins Ausland verzog. Der Knabe,
bei dem sich früh schon eine reiche Begabung von Geist und Gemüt und eine leichte
Auffassung zeigte, durchlief die zürcherischen Schulen. Schon 1796 wurde dem jungen Stud.
phil. die oratio canicularis übertragen, er hielt die Rede über des Tacitus Buch über die
Deutschen. Nach theologischen Studien wurde er am 18.Oktober 1798 zum Pfarrer ordiniert.
Zunächst gründete er in Küsnacht eine Privatlehranstalt. Nachher ging er ein paar Jahre als
Geschäftsmann auf Reisen. Im Februar 1805 wurde er zum Pfarrer der thurgauischen
Gemeinde Berlingen gewählt, deren Liebe und Achtung er sich bald erwarb. Die
thurgauische Regierung beauftragte ihn auch, Kurse für Schullehrer zu erteilen. Diese
Tätigkeit setzte er fort, als er am l2.Dezember 1808 als Pfarrer nach Hüttlingen kam. Mit
Pfarrer Kappeler von Frauenfeld setzte er sich für eine bessere Ausbildung der thurgauischen
Lehrer ein. Seit 1810 betreute er auch die Dörfer Felben und Wellhausen.
Im Jahre 1800 hatte er, am gleichen Tag wie seine Schwester Anna verehelichte Paur, einen
eigenen Hausstand gegründet mit Maria Magdalena Wegmann, der Tochter des Pfarrers in
Küsnacht, Jakob Wegmann. Aus der Ehe gingen zwei Söhne hervor, Hans Jakob Pestaluz, der
spätere Ständerat, und Heinrich. Pfarrer Mathias Pestaluz gab nicht nur seinen Söhnen
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