Heute ist die Frankenwährung für uns eine hundertjährige Selbstverständlichkeit. Dafür ist
anderseits die Parität mit dem Ausland seit dem Ersten Weltkrieg gründlich gestört worden.
Es ist aber reizvoll, zu sehen, welche Bemühungen der besten Köpfe am Werk waren, um uns
die schweizerische Währung zu schaffen.
Leonhard Pestalozzi, zu seiner Zeit der hervorragendste Währungsexperte Zürichs, ist am
22.April 1864 gestorben
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(34).
Ingenieur Heinrich Pestalozzi, 1790-1857
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Das Zeitalter des wachsenden Verkehrs, als die auf blühende Industrie Zürichs nach raschen
Verbindungen zu Land und Wasser verlangte, rief neuen Männern. Es waren die Männer der
Technik und der Planung. So konnte von einem Straßen- und Wasserbauingenieur wie
Heinrich Pestalozzi bei seinem Ableben festgestellt werden, daß er nicht nur im weitern
Vaterlande als Hydrotechniker sich Anerkennung verschafft hatte, sondern daß er im Kanton
Zürich nahezu die bekannteste Persönlichkeit war.
Geboren am 25. November 1790 als vierter Sohn des Ratsherrn Johann Jakob Pestaluz (1749-
1831) und der Anna Cleophea Lochmann, wuchs Heinrich Pestalozzi in der «Froschau» auf.
Die Neigung des Vaters zu Mathematik, die jenen in der Regierung zum Finanzexperten
werden ließ, vererbte sich auf den Sohn und zeigte sich schon früh in der Vorliebe des
Knaben für Mechanik. Früh wurde er durch den Vater in den mathematischen Fächern
unterwiesen und, seiner Neigung entsprechend, an die vorzügliche Zürcher Kunstschule
geschickt. Nachdem er in Elternhaus und Schule eine gründliche mathematische Ausbildung
erhalten hatte, kam er fünf Jahre in die Lehre zu Ingenieur Johannes Feer (1763-1825), dem
Schanzenherrn. Das Amt des Schanzenherrn war der Vorläufer desjenigen des
Kantonsingenieurs; Feer hat damit auch eine kleine private Ingenieurschule verbunden. Hier
erhielt Pestalozzi vielerlei Anregungen und praktische Kenntnisse, vor allem auf dem Gebiet
der Kartographie, auf dem er sich später besonders verdient machte. Hier lernte er auch die
Klarheit der schriftlichen Darstellung und die Prägnanz der Zeichnung, die die Werke
Pestalozzis auszeichnen. Weitere Ausbildung in der Kartographie erhielt er bei
Generalquartiermeister Konrad Finsler (1765-1839). Gleichzeitig wurde er an Hand der Linth-
und Glattkorrektion in den Wasserbau eingeführt von Hans Conrad Escher von der Linth
(1767-1823), einem Autodidakten auf diesem Gebiet, dessen gemeinnütziges
innenkolonisatorisches Werk zum eidgenössischen Vorbild geworden ist. So hat Pestalozzi
seine Ausbildung ohne Universität oder technische Hochschule erhalten. Es bedurfte
rastlosen Fleißes und gewissenhafter Einteilung von Zeit und Arbeit von früher Jugend an,
um auf diese Weise zu Vollkommenheit und Tüchtigkeit zu gelangen.
Generalquartiermeister (Generalstabschef) Finsler hatte die frische Kraft Pestalozzis erkannt
und Wert darauf gelegt, ihn dem eidgenössischen Generalstabe zuzuführen. So kam Heinrich
Pestalozzi 1816 als Geniehauptmann in den eidgenössischen Generalstab und wurde 1826
Oberstleutnant. Gleichzeitig wurde er vom Kanton Zürich zum Oberstleutnant der
Geniewaffe ernannt. Als Oberst war er mehrere Jahre (bis 1845) Kommandant des
zürcherischen Geniekorps.
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Leonhard Pestalozzi:
Seine Veröffentlichungen: Beiträge zur Schweiz. Münzgeschichte (1833), Über die Landplage der fremden
Scheidemünze (1838), Die Münzwirren in der westlichen Schweiz (1839), Über Schweizerische Münzeinheit (1849).
Basler Nachrichten, 11.5. 1950, Ein Münzstreit vor hundert Jahren.
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Stammtafel 26