Der Öffentlichkeit stellte sich Pestalozzi als Mitglied des Großen Rates zur Verfügung, dem er
mit wenigen Unterbrüchen von 1823 bis zu seinem Tode angehörte. Er war zuerst durch
Kooptation gewählt worden, indem damals ein Teil der Mitglieder von der Behörde selbst
bezeichnet wurde, später saß er im kantonalen Parlament als Vertreter seiner Vaterstadt.
Tafel 075 Ingenieur Heinrich Pestaluz, 1790-1857
Die Tätigkeit seiner Berufung aber galt ganz dem Kanton Zürich. Er begann als Adjunkt des
Straßeninspektors. Als dieser, es war Oberst Salomon Hegner (1789-1869), 1832 sein Amt
niederlegte, um sich dem Linthwerk zu widmen, wurde Heinrich Pestalozzi zum
Straßeninspektor gewählt. Viermal wurde er noch für je eine sechsjährige Amtsdauer in
dieser Stellung bestätigt, die gerade in jenen Jahrzehnten für Zürich eine besondere
Bedeutung hatte. In Zürich hat die Staatsumwälzung von 1830 dem Bestreben nach Ausbau
des öffentlichen Verkehrs den Weg geöffnet. Vor allem mußten Straßen gebaut werden, um
den Postverkehr zu fördern. Die Bestrebungen des Direktoriums der Kaufmannschaft waren
vom Staat übernommen worden. Damit, daß dieser die Post in die Hände der Öffentlichkeit
genommen hatte, mußte auch von Staats wegen für den Ausbau des Verkehrs gesorgt
werden. Die große Aufgabe wurde dem Inspektor des Kantons für Straßen- und Wasserbau
übertragen. Unter Pestalozzis Leitung entstand so das große Straßennetz über den Kanton,
das die Landesteile der aufblühenden Industrie erschloß. Mit überlegener Ruhe führte er die
Verhandlungen mit den zahlreichen Interessentenkreisen und Behörden, und er wußte über
den vielfach sich widersprechenden Bestre bungen die besten Lösungen durchzusetzen. So