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hat das zürcherische Straßenwerk auch bei ausländischen Fachleuten volle Anerkennung
gefunden.
Bald kam neben der Straße ein neues Verkehrsgebiet, die Eisenbahn. Auch hier stand der
erfahrene Kantonsingenieur und Verkehrsfachmann an der Spitze der Ratgeber. Er wurde
Direktor der ersten Eisenbahngesellschaft Zürichs, der Nordbahn, die 1847 mit der Linie
Zürich- Baden die erste Schienenverbindung legte und unter dem Namen
«Spanischbrötlibahn» bekannt ist. Die Bahn war unter der Leitung des Tiroler Ingenieurs
Alois von Negrelli (1799-1858) gebaut worden, der vordem in Zürich die Münsterbrücke
errichtet hatte und später wegen seines Projektes für den Suezkanal berühmt geworden ist.
Pestalozzi hatte die Berufung dieses hervorragenden und ideenreichen Verkehrstechnikers
gefördert. Später aber lag die Leitung des Betriebes der Bahn ganz auf den Schultern
Pestalozzis und nahm seine Kraft übermäßig in Anspruch. Ihr opferte er seine Gesundheit.
Heinrich Pestalozzi war auch eine Autorität auf dem Gebiete des Wasserbaus. Von ihm
stammen unzählige Anträge an die Behörden über die Begehren für die Benutzung der
Wasserkräfte. Seine größeren Abhandlungen beschlagen die wichtigen Fragen des
Wasserbaus. Er berichtete über das Linthwerk, das sein verehrter Lehrer geplant und
durchgesetzt hatte und das einen großen Landstrich trockengelegt und saniert hat. Er gab ein
Gutachten ab über die Gefahr eines Durchbruches des Rheines in das Sarganser Land. Er
verfaßte eine Arbeit über die Höhenänderungen des Zürichsees und hat somit dazu
beigetragen, daß dieser als erster größerer Schweizersee reguliert worden ist. Er wurde
zugezogen bei der Korrektion der Reuß im Urnerland und zu einer Expertise über die
Juragewässer.
Auch in seiner Vaterstadt wurde die Stimme dieses Fachmannes geschätzt. So wenn er sich
für die Erhaltung des herrlichen Kreuzganges im Großmünster einsetzte und den Bau der
Mädchenschule leitete, den ältesten Teil der städtischen Töchterschule. Zum Dank für diese
Baute erhielt er vom Stadtrat eine silberne Tabaksdose, die heute noch im Familienarchiv
aufbewahrt wird. Bald wurde in Zürich kein wichtiges öffentliches Bauwerk unternommen,
ohne den Rat Pestalozzis einzuholen. Es war die Zeit, da der Öffentlichkeit viele neue
Aufgaben und Hand in Hand damit auch Bauprobleme erwuchsen. So wurde auch bei der
Erstellung des Kantonsspitals 1835 auf Pestalozzis Rat abgestellt, als der Bauplatz
auszuwählen war. Seinem Gutachten ist es zu danken, daß heute, nach mehr als hundert
Jahren, auf dem gleichen Areal die moderne, große Kantonsspitalanlage errichtet werden
konnte.
Als die Stadt anfing, über ihre alten Mauern hinauszuwachsen, mußten Friedhöfe angelegt
werden, denn der alte Brauch, die Toten unmittelbar bei der Kirche zu begraben, ließ sich
nicht mehr halten. Der erste moderne Friedhof ist bei der Hohen Promenade errichtet
worden. Auch die Leitung dieses Baus sowie der Friedhof kapelle unterstand Pestalozzi. Bei
der Einweihung am 27.August 1848 überreichte ihm Stadtpräsident Hess im Auftrage des
Stadtrates und auf Antrag der Kirchhofkommission der drei vereinigten Gemeinden
Großmünster, Fraumünster und Predigern die goldene Verdienstmedaille der Stadt Zürich.
Es ist dies eine Auszeichnung, deren im letzten Jahrhundert nur wenige Bürger teilhaftig
geworden sind.
Heinrich Pestalozzi hatte keine eigene Familie gegründet. Er hatte aber mit seinen nahen
Verwandten, den Pestalozzi zur Froschau, zeitlebens in enger Verbundenheit gelebt und
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