die sie besitzen und an die Gemeinde und die Leute von Chiavenna abzuliefern
verpflichtet wären als Zins für gepachtete Alpen und Hütten oder aus anderem Grunde;
und dies zugunsten des Herrn Georgius de Aliasca von Como, wegen seiner Forderung
von 494 Pfund 4 Soldi neuen Geldes. . . Gegeben in Como. Am nächstfolgenden
Mittwoch hat Maflolus Stopa, der Beamte von Como, bestätigt, daß er am
darauffolgenden Sonntag, nämlich am 9.Juli, dem obgenannten Niger persönlich im
Borgo von Menaggio im Quartier Levono und am nächstfolgenden Tag, dem Montag,
persönlich dem obgenannten Guilhelmus im Borgo von Gravedona diese Verfügung
zugestellt hat.
Ich Fomaxolus, rechtmäßiger Notar der Stadt und Gemeinde Como, habe dies
geschrieben.»
Wir wissen, daß die Gemeinde Chiavenna von alters her einen reichen Besitz von Alpen auf
den Höhen um das Ciacomotal bis hinauf zum Splügen und hinüber gegen das Avers hatte.
Diese wurden zur Sömmerung des Viehs verpachtet an Grundbesitzer des Unterlandes. Als
Pachtzins erhob die Gemeinde Chiavenna einen Teil der gewonnenen Alpprodukte, also
besonders Käse und Ziger oder, wie er im Oberitalienischen bezeichnet wurde, «formaggio e
mascherpo». Letzteres ist eine Art Jungkäse, der unserem ungewürzten Ziger entspricht.
Einzelne Alppächter betrieben das Geschäft auch im großen, sei es, daß sie die gepachteten
Alpen an Unterpächter weitergaben, sei es, daß sie sich mit anderen für dieses Pachtgeschäft
zu einer Gesellschaft zusammenschlossen
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.
Was wir aus dieser Urkunde für unsere Familie entnehmen können, ist, daß injener Zeit, als
eben im Herz der Alpen jenseits der Berge der erste Bund der Eidgenossen im Entstehen war,
ein Pestalozza Eigentümer von Viehbeständen war und sie zur Sömmerung auf die Alpen
gab, die ans Rheinwald und ans Misox grenzten. Und es ist reizvoll festzustellen, daß zur Zeit
Wilhelm Teils die Familie durch einen Träger des Namens Wilhelm vertreten war, der seinen
Erwerb aus den Alpen bezog.
Durch diese Urkunde ist festgestellt, daß unsere Familie schon damals, als sie noch am
Comersee zu Hause war, wirtschaftliche Beziehungen zur Gemeinde Chiavenna hatte. Diese
Beziehungen wurden ein paar Jahre später wichtig, als die Familie eine neue Heimat suchte.
Es gibt aus jener Zeit eine außerordentlich interessante Quelle, die Aufschluß über die
wirtschaftlichen Verhältnisse Chiavennas erteilt: die im Archivio Capitolare von San Lorenzo
in Chiavenna aufbewahrten Conteggi oder Quaderni del Comune, die Rechnungsbücher der
Gemeinde Chiavenna
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. Sie sind aus dem Zeitraum von 1264 bis etwa 1350 mit einigen Lücken
erhalten. Darin sind natürlich auch die Alpzinsen aufgezeichnet. Suchen wir nach
Alppächtern aus Gravedona, so finden wir zunächst einige Namen, denen noch kein
Familienname beigegeben ist, deren Zugehörigkeit zu einem bestimmten Geschlecht daher
nicht festgestellt werden kann. Das ist einigermaßen merkwürdig, hat doch in jener Region
die Bildung der Geschlechtsnamen schon ein Jahrhundert früher stattgefunden. Es ist aber
daraus zu erklären, daß eben diese Rechnungshefte in einer abgekürzten Schreibweise und
nicht nach den Vorschriften des notaneuen Urkundenstils abgefaßt sind. Es muß daher offen
bleiben, ob diese früheren Alppächter aus Gravedona, die das Geschäft bereits im großen und
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Pietro Bozzetti: Del Contado di Chiavenna, Como 1929, S. 84-86.
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Archivio Capitolare Chiavenna. Cart. 31, Quaderni dei conti del Comune, Einträge der Jahre 1279, 1284;
Cart. 32, Einträge der Jahre 1302, 1320 und 1323.