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Obergerichtspräsident Friedrich Salomon Pestalozzi erlebte noch die Freude an der Geburt
dieser seiner einzigen Enkelin. Sie wurde die Gattin des Arztes und Naturforschers Dr. med.
et phil. Gottfried Huber, der seiner begabten Lebensgefährtin in dem Erinnerungsbuch «Heli,
ihr Leben und Wirken, Wandern und Reisen» für den großen Kreis der Verwandten und
Freunde ein Denkmal dankbarer Verbundenheit gesetzt hat. Er hat ihr Bild in den Worten
zusammengefaßt:
«Ihr, die aus einem Kulturmilieu des alten Zürich stammte und selbst ein Mensch von hoher
Kultur war, hatte ein gütiges Geschick viele herrliche Eigenschaften auf den Lebensweg
mitgegeben, und Heli verstand es, diese Gaben zu pflegen und das kostbare Gut zu äufnen,
um auch andere damit zu beschenken.»
Spitalpfarrer Dr. Theol. H. C. Carl Pestalozzi-Pestalozzi, 1815-1869
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Der zweite Sohn aus dem «Wolkenstein», aus des Sensals Salomon Pestalozzi erster Ehe mit
Anna Margaretha Ott, war Cari, geboren am 26.Juli 1815.
Er durchlief die Schulen der Stadt Zürich und war für die theologische Laufbahn bestimmt,
ein Ziel, das schon seinem Vater vorgeschwebt hatte, auf das dieser aber nach der
Französischen Revolution für seine eigene Person hatte verzichten müssen. In jener Zeit
wurde es Brauch, daß auch Studenten der Theologie einen Teil ihrer Studien im Ausland
absolvierten. So bezog Carl Pestalozzi die Universität Leipzig.
Nach Zürich zurückgekehrt, heiratete er am 2.Juli 1845 Anna Pestalozzi aus der Froschau, die
älteste Tochter des Pfarrers Johannes Pestalozzi-Römer, der als Diakon am Prediger eine der
vier Kirchgemeinden der Stadt Zürich betreute. Aus dieser Ehe sind zwei Söhne und zwei
Töchter hervorgegangen. Die älteste Tochter, Anna Luise (1850-1912), war mit Professor
Johann Martin Usteri verheiratet, die jüngste, Anna Pauline (1855-1889), wurde die Gattin des
Bankbuchhalters Eduard Hess, der auch aus einer Theologenfamilie stammte. Die beiden
Söhne, Pfarrer Karl und Dr. med. Heinrich Pestalozzi, werden wir in ihren eigenen
Lebensbildern wieder finden. Die Familie lebte im schönen Haus zum Lindengarten am
Hirschengraben. Dort lebte denn Frau Pfarrer Anna Pestalozzi-Pestalozzi (1822-1907) noch
beinahe vier Jahrzehnte nach dem Tod ihres Mannes bis in unser Jahrhundert hinein und ist
uns Heutigen noch in Erinnerung.
Doch zurück zu Pfarrer Carl Pestalozzi. Er widmete sich zunächst der Seelsorge. Es war ihm
ein Bedürfnis, den Bedrückten Trost zu spenden. Als im Jahre 1848 am damaligen «neuen»
Kantonsspital ein Vertreter und Gehilfe des Spitalpfarrers Erni gesucht wurde, meldete sich
V.D.M. Carl Pestalozzi. Hier fand er seine Lebensaufgabe. Zunächst mußte er dem
Spitalpfarrer helfen und daneben den Dienst an der «Spanweid» übernehmen, dem früheren
Sondersiechenhaus St. Moritz in der Gegend der heutigen «Krone» Unterstraß. Die
«Spanweid» beherbergte damals hauptsächlich Krebs- und Hautkranke. Die Jahresbesoldung
des Spitalvikars betrug 500 Franken.
Als Pfarrer Erni 1852 demissionieren mußte, rückte Pfarrer Cari Pestalozzi als Spitaipfarrer
nach. Bei ihm war das Spitalpfarramt in guten Händen. Er widmete sich vor allem der
Seelsorge durch Krankenbesuche. Er veranstaltete Sammlungen in seinem Bekanntenkreis.
Aus solchen Gaben konnte er beispielsweise ein Harmonium beschaffen «zur Belebung des
Gesanges sowie zur Erheiterung und Beruhigung mancher Kranken». Er pflegte den Gesang
                                                
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Stammtafel 27
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