Aufschwung des europäischen Verkehrs, mit Post, Dampfschiff und Eisenbahn mußte auch
der Eisenhandel sich weiter entwickeln. (Wir folgen im wesentlichen der Schilderung der
Jubiläumsschrift der Firma Pestalozzi & Co. von 1938 «150 Jahre Eisenhandel»).
Tafel 081 Rudolf Alexander Pestalozzi-Wiser, 1815-1895
Das Haus am Münsterhof wurde der Mittelpunkt der Familie Rudolf Alexander Pestalozzis,
denn er bezog im Hause seines Geschäftes auch die Wohnung. Es war der Mittelpunkt eines
glücklichen Familienkreises. Sein mit ihm besonders verbundener dritter Sohn, Friedrich Otto
Pestalozzi, der auch sein geschäftlicher Nachfolger wurde, schilderte ihn mit folgenden
Worten:
«Mein Vater war ein stattlicher, freundlicher Mann, aufrecht in Statur, Wahrhaftigkeit
und sittlich-religiösen Grundsätzen, konservativ ohne Engherzigkeit und wahrhaft
sozial gesinnt, bevor dieser Name allgemein gebraucht worden ist. Daneben war er ein
guter Gesellschafter mit natürlichem Humor, kunstsinnig und poetisch veranlagt und
über eine prächtige Handschrift verfügend.»
Rudolf Alexander Pestalozzi wurde mit den Jahren das geistige Haupt und, nachdem sich
sein Schwiegervater im hohen Alter von dreiundachtzig Jahren vom Geschäft zurückgezogen
hatte, der Chef des Handelshauses. Nach den konjunkturellen Schwankungen, die dem
1870er Krieg gefolgt waren, folgte eine Periode stetiger Entwicklung. Immer weitere Artikel
wurden eingeführt, wie Trägerbalken, gußeiserne Röhren, Fittings und Flußeisen. So ist
Rudolf Alexander Pestalozzi-Wiser ein Beispiel jener unternehmenden Kaufleutegeneration,
die ihren Handelshäusern weltweites Ansehen zu verschaffen wußten.
Daneben entzog er sich nicht dem in der Schweiz zur guten Tradition gewordenen Dienst an
der Öffentlichkeit. Im Sonderbundskrieg hat er als Artilleriehauptmann in der Division Gmür
im Felde gestanden. Seiner Vaterstadt diente er als Mitglied des Großen Stadtrates (1859-