der Tochter des Architekten August Stadler. Sie war ihm eine feinsinnige, anregende
Lebensgefährtin und ist später in glücklicher Weise die «first Lady» von Zürich geworden,
indem sie mit Würde, gepaart mit Liebenswürdigkeit, mit ernster Lebensauffassung und
natürlicher Lebhaftigkeit die ungeschriebenen Pflichten der «Frau Stadtpräsident» erfüllte. In
seinem Heim fand Pestalozzi Ausspannung von seiner Arbeit. Er liebte die schöne Literatur
wie auch den Sport des Reitens und Wanderns. Gern verkehrte er auch im Kreise seiner
Jugendkameraden, in der Gesellschaft der Schildner zum Schneggen und der Zunft zur
Saffran, deren Zunftmeister er von 1900 bis zu seinem Tode war.
Tafel 086 Stadtprasident Hans Pestalozzi-Stadler, 1848-1909
Pestalozzi dachte nicht daran, sich dem Staatsdienst zu widmen und hatte bereits eine
Kandidatur für den Stadtrat abgelehnt, als er durch eine Veranstaltung am Jahresfest des
Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins, an dem der Dienst an der Öffentlichkeit
als höchste Aufgabe gepriesen wurde, nachdenklich gestimmt wurde. So stellte er sich zur
Verfügung einer ganz neuen Aufgabe.
Am 13.November 1881 wurde er von seinen Mitbürgern in den Stadtrat gewählt. Es war
tiefes Pflichtbewußtsein, das ihn zur Übernahme dieses Amtes bewog und das ihn in seiner
langen, arbeitsreichen Amtsführung leitete.
Im Stadtrat übernahm er das Hochbauwesen und die Baupolizei. Als junge Kraft und als
Mann vom Fach stürzte er sich mit Eifer in die neuen Aufgaben. Die Stadt war im raschen
Wachstum begriffen. Sie hatte sich unter Führung von Stadtingenieur Arnold Bürkli-Ziegler
mit den Gemeinden Enge und Riesbach zum Bau der Quaianlagen am See verbunden. Das
Stadthaus wurde gebaut, das Gaswerk von einer privaten Gesellschaft zurückgekauft, das