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Industriequartier angelegt, das Zähringerquartier ausgebaut. Als städtischer Bauherr hatte
Pestalozzi Arbeit in Hülle und Fülle. Außerdem gehörte er dem Waisenrat und der
Schulpflege, dem Polizeirat, dem Direktionskomitee für die Quaibauten und dem
Straßenbahnverband an.
Im Jahre 1889 trat Dr. Melchior Römer als Stadtpräsident zurück. Es war ein wichtiger
Zeitpunkt für die Stadt Zürich, denn das einschneidendste Ereignis in der Entwicklung der
Stadt stand bevor, die Vereinigung mit den Vororten und damit die Ausweitung zur
Großstadt. Die Stadt Zürich, welche um das Jahr 1800 in ihren alten Mauern rund 10000
Einwohner beherbergt hatte, war nach der Schleifung der alten Befestigungen (1833) rasch
gewachsen und erreichte damals eine Bevölkerungszahl von 27600. Noch mehr aber hatten
sich die Vororte ausgedehnt. Die Gemeinden, deren Zusammenschluß bevorstand,
Wollishofen, Enge, Wiedikon, Außersihl, Unter- und Oberstraß, Wipkingen, Fluntern,
Hottingen, Hirslanden und Riesbach hatten sich noch viel stärker entwickelt und waren im
Laufe des Jahrhunderts mit der Stadt recht eigentlich zusammengewachsen. Viele
kommunale Verwaltungsaufgaben konnten nur noch im Zusammenschluß bewältigt werden;
es sei nur an die Quaibauten erinnert. Durch die Eingemeindung wurde die einheitliche
Verwaltung für eine Stadt von 150000 Einwohnern geschaffen. Es war eine große Aufgabe,
die Verwaltung einer Kleinstadt umzuwandeln für die Bedürfnisse einer Großstadt mit einer
fünfeinhaibmal so großen Bevölkerung. Der Nachfolger Stadtpräsident Römers war der
prädestinierte Magistrat, der an die Spitze des künftigen Groß-Zürich zu treten hatte. Unter
diesen Auspizien wurde Hans Pestalozzi zum Stadtpräsidenten gewählt. Am 14.Mai 1889 trat
er das Amt an. Er bezeichnete die Stadtvereinigung und den Wettbewerb Zürichs um das
Schweizerische Landesmuseum als die wichtigsten bevorstehenden Aufgaben.
Schwierig gestaltete sich zunächst die Beratung des Vereinigungsgesetzes im Kantonsrat im
Frühjahr 1891, an der Pestalozzi maßgebend teilnahm. Da dieser Rat die Begehren um
Ausdehnung der Primarschule in einer Weise behandelte, welche dem Wunsche der Stadt
nicht entsprach -
der entsprechende Artikel wurde denn auch in der Volksabstimmung
abgelehnt -‚sprach sich auch Pestalozzi gegen diese Form der Vereinigung aus. Als dann aber
das Vereinigungsgesetz vom Volke angenommen worden war und auch die Stimmbürger
der Stadt ihr mit großer Mehrheit zugestimmt hatten, unterzog auch er sich dem Willen des
Volkes und stellte sich mit hingebender Pflichttreue zur Verfügung, um die großen
Obergangsschwierigkeiten zu meistern. Zunächst wurde die Gemeindeordnung durch eine
gemeinsame Abgeordnetenversammlung geschaffen. Dann erfolgte am 21.August 1892 die
Wahl des Stadtrates von Groß-Zürich. Pestalozzi wurde ohne Kampf zum Stadtpräsidenten
des neuen Zürich gewählt.
Als Stadtpräsident war er nicht nur oberster Leiter der Verwaltung, er wirkte auch in der
Bausektion und der Finanzsektion, als Stellvertreter des Polizeivorstandes und als Vertreter
der Stadt in der Stadtbibliothek, der Kunstgesellschaft und der Tonhallegesellschaft.
Während Jahren leitete er überdies das Armenwesen und später die Waisenhauspflege.
Pestalozzi hat es verstanden, die neue Behörde zu kollegialer und fruchtbarer Arbeit
zusammenzuschließen. Er hatte das Geschick, zu vermitteln, und war ein trefflicher
Geschäftsleiter, gewandt, unabhängig, sachlich. Es ist ihm gelungen, die Aufgaben, die er
sich gestellt hatte, zu meistern. Die Entwicklung Zürichs ist sicherer, großzügiger und
günstiger vor sich gegangen, als irgend jemand zu hoffen gewagt hatte. Das hat ihm der
kompetente Zeuge, sein Nachfolger Billeter, bestätigt.
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