dazugehörenden Schulen.
Tafel 087 Pfarrer Karl Pestalozzi-Finsler, 1852-1929
Am 18. März 1888 wurde er zum Pfarrer an die Kirche St. Mangen in St. Gallen berufen. Hier
öffnete sich ihm ein großes Wirkungsfeld. Er war ein guter Prediger und hatte anfänglich
jeden Sonntag zweimal Predigt zu halten. Mit seinen Freunden vom «Christlichen
Volksfreund» gab er, teilweise als Verfasser, in zwei Bänden das Buch «Verstehst du auch,
was du liesest ?»‚eine Bibelauslegung für alle Tage des Jahres, heraus (1887 und 1890).
Außerdem sind von ihm eine Anzahl Predigten im Druck erschienen, und seit 1886 wirkte er
in der Redaktion des «Christlichen Volksfreundes». Durch das Vertrauen seiner Gemeinde
wurde er später Präsident des Kapitels St. Gallen und Kirchenrat. Einen ehrenvollen Ruf an
die Großmünsterkirche in Zürich (1898), an Stelle seines zurückgetretenen Schwiegervaters,
schlug er aus, weil ihm seine St. Galler Gemeinde ans Herz gewachsen war.
Seine überragende Leistung liegt auf dem Gebiet der Fürsorge für Alkoholgefährdete. Hier
hat er Bahnbrechendes geleistet. Dieses Werk rettender Liebe, wie er es gerne nannte, hat er
nach gründlicher Erwägung und gegen die damals starken Vorurteile in Verwandtschaft, bei
Kollegen und Gemeindegliedern übernommen und durch alle Enttäuschungen hindurch
zum Erfolg geführt. Im Jahre 1889 hatte er einen Verein für junge Männer gegründet, dem er
den Namen Agathon gab und der dann in den Christlichen Verein junger Männer überging.
Im folgenden Jahr hat der unermüdliche Pionier des Blauen Kreuzes in der deutschen
Schweiz, Pfarrer Bovet aus Bern, ihn als Mitarbeiter gewonnen. Damals entschloß er sich,
selbst zur völligen Enthaltsamkeit überzugehen. Im Herbst 1892 übernahm er das Präsidium
des kleinen Stadtvereins in St. Gallen. Vorbildlich und unermüdlich leitete er die
Versammlungen, auch wenn anfänglich etwa nur zwei Mitglieder kamen. Unter seiner
selbstverleugnenden Leitung erstarkte der Verein. Mit den Jahren lösten sich