zweiundzwanzig Vereine in den Kantonen St. Gallen und Appenzell vom Hauptverein. Ein
eigenes Blaukreuzheim an der Kapellenstraße konnte er schon 1898 einweihen. So wurde er
naturgemäß zum ersten Leiter und Präsidenten des Kantonalverbandes der Blaukreuz-
Vereine gewählt und wurde im schweizerischen Zentralkomitee ein einflußreiches Mitglied.
An internationalen Delegiertenversammlungen und als Redner in schweizerischen
Predigerversammlungen sprach er zum Thema des Alkoholismus und seiner Bekämpfung
vom christlichen Standpunkt aus. Er konnte aus großer menschlicher Erfahrung reden, denn
er hatte die Trinker in ihren Wohnungen besucht, und Hunderte von geretteten Trinkern
dankten ihm für seine Hingabe.
Neben dieser großen Aufgabe war er für seine Gemeinde unermüdlich tätig. Er war Präsident
der Taubstummenanstalt und des Töchterheims. Unter seiner Leitung als
Kommissionspräsident der Rettungsanstalt Feldis wurde die Erziehungsanstalt Langhalde
gebaut. Im Kriegsjahr 1914 übernahm er das Präsidium der ersten Kommission der
Notstandsfürsorge. Gleichzeitig hatte er auch die Vorbereitungen zum Bau des
Frauenaltersheims Sömmerli, das 1916 eröffnet wurde, übernommen.
Nach dreiunddreißig Jahren unermüdlicher Arbeit mußte er 1921 sein Pfarramt niederlegen,
da er sich ein Übermaß zugemutet hatte. Noch sechs Jahre nahm er im Ruhestand teil an der
Betreuung der verschiedenen Anstalten. Er war die markante Erscheinung eines Hirten seiner
Gemeinde, der durch die Selbstverständlichkeit der Hingabe an die selbstauferlegten
Pflichten als Vorbild und Aufmunterung wirkte. Am 13. Dezember 1929 ist er in St. Gallen
gestorben.
In seiner Gattin, Anna Finsler, hatte er eine treue Helferin in seinem Pfarramt gefunden.
Von seinen sechs Kindern ist der hochbegabte älteste Sohn, Karl Georg (1879-1905), in
jüngeren Jahren gestorben, nachdem er mit einer glänzenden Dissertation über «Die
Entwicklung des Zürcher Kirchengutes zum Staatsgut» das juristische Doktorexamen summa
cum laude bestanden hatte. Der zweite Sohn, Rudolf Pestalozzi-Sturzenegger, war Professor
für deutsche Sprache am freien Gymnasium in Zürich und las an der Universität über
altdeutsche Literatur. Der dritte Sohn, Georg Pestalozzi-Ehrenzeller (1883-1955), wirkte als
Ingenieur in Aarau, während der jüngste, Paul Richard Pestalozzi-Schlegel, den Fußstapfen
des Vaters folgte und Pfarrer in St. Gallen geworden ist
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.
Dr. Emil Pestalozzi-Pfyffer, 1852-1929
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Im protestantischen Zürich erregte es außerordentliches Aufsehen, als am 28.August 1882 in
der Kirche St. Peter und Paul drei Männer aus den angesehensten Familien der Stadt ihren
Übertritt in die katholische Kirche vollzogen. Es waren drei Freunde, Dr. Theodor Usteri,
Eduard von Orelli und Dr. Emil Pestalozzi. Dieser Schritt bestimmte maßgebend das weitere
Leben dieser Männer und blieb nicht ohne Einfluß auf die Entwicklung der damals noch
kleinen Katholikengemeinde in Zürich.
Emil Pestalozzi war am 18.Juli 1852 geboren als zweiter Sohn des Seidenfabrikanten Heinrich
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Pfarrer Carl Pestalozzi, St. Gallen:
Notizen von Dr. F. O. Pestalozzi im Familienbuch. Notizen von Dr. Hans Hess im Familienbuch. St.Galler
Tagblatt vom 14. 12. 1929. Zur Erinnerung an Herrn Pfarrer Joh. Carl Pestalozzi (Sammlung der Trauer-
reden), 1929. Kirchenfreund, 1929, Nr.26, 1930, Nr. I. Zürcher Pfarrerbuch 1953, S.466 (dort Verzeichnis
seiner Publikationen).
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Stammtafel 27