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Pestalozzi (1818-1896) und seiner zweiten Gattin, Anna Barbara Bodmer. Er war in der
ernsten Atmosphäre eines vornehmen Hauses erzogen worden. Während sein älterer Bruder
Heinrich, bekannt als Major Henri (1850-1892), sich zum Kaufmann ausbildete, um später die
Fabrikation von Seidenbeuteltuch von seinem Vater zu übernehmen, studierte Emil
Pestalozzi Medizin, um sich dem Dienst der Mitmenschen widmen zu können. Diskussionen
mit Studiengenossen der Universitäten Zürich und Würzburg veranlaßten ihn zu
konfessionellen Studien. Als Arzt bildete er sich weiter aus in den Spitälern von Wien, Paris
und London. Hauptsächlich sein Aufenthalt in Paris brachte den Entschluß zur Konversion
zur Reife. Diese brachte einen tiefen Riß zwischen ihn und viele seiner Freunde. Er
verheiratete sich 1883 mit Adele Pfyffer von Altishofen (1864-1933) aus Luzern, der Tochter
des Generalstabschefs und Oberstdivisionärs Alphons Pfyffer von Altishofen und der
Mathilde Segesser von Brunegg. Schon zwei Jahre darauf gab er seine Praxis in Zürich auf,
um in Brunnen und Gersau zu praktizieren. Als aber die Ingenbohler Schwestern das
Theodosianum in Zürich gründeten, kehrte er zurück, um die Leitung der medizinischen
Abteilung zu übernehmen.
Tafel 088 – Dr. med. Emil Pestalozzi-Pfyffer, 1852-1929
Hier setzte seine Tätigkeit ein für den Ausbau der katholischen Gemeinde und für den Bau
der Liebfrauenkirche. Sein Lebenswerk galt dem katholischen Vereinswesen. Er trat in den
leitenden Ausschuß des Piusvereins und spätem Katholikenvereins ein, dessen
Zentralpräsident er 1902 wurde. Sein Ziel war der organisatorische Zusammenschluß aller
katholischen Verbände. So nahm er hervorragenden Anteil am Zustandekommen des ersten
schweizerischen Katholikentages in Luzern (1903) und an der Gründung des
Schweizerischen Katholischen Volksvereins (1904). Die katholische Presse verdankte ihm
maßgebende Förderung und bezeichnete ihn als eine der großen Gestalten des
schweizerischen Katholizismus zu Beginn dieses Jahrhunderts. Er half bei der Gründung der
«Zürcher Nachrichten», und eine Reihe von Wohltätigkeitsvereinen und Anstalten sind seine
Schöpfung.
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