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Tafel 089 – Dr. med. Heinrich Pestalozzi, in Männedorf, 1854-1918
Dr. Heinrich Pestalozzi hat sich in seinem neuen Heimatort einen großen Wirkungskreis
geschaffen. Vor allem förderte er jene Bestrebungen, die mit seinem Beruf zusammenhingen
und die seines fachmännischen Rates bedurften. Er leitete den Krankenverein, der den
kranken Einwohnern Fürsorge brachte. Dabei förderte er die Gründung der Krankenkasse
und die Anlage des Depots von Krankengerätschaften. Er half bei der Errichtung der
Gemeindekrankenpflege und der Tuberkulosefürsorge. Ganz besonders lag ihm die
Errichtung des Krankenasyls in Männedorf am Herzen, das 1882/83 erstellt wurde. Mehr als
dreijahrzehnte leitete er diese Anstalt als alleiniger Chefarzt. Er half auch, das Gemeindeasyl
umzugestalten in das umfassendere und modernere Kreisasyl. Seit dessen Eröffnung 1917
zog er sich zurück auf seine Privatpraxis.
Selbstverständlich wurde eine solche Persönlichkeit von der Gemeinde noch mannigfach in
Anspruch genommen, als Mitglied der Rechnungsprüfungskommission, als Präsident der
Sparkassegesellschaft und als Präsident der Sekundarschulpflege. Seit 1903 versah er auch
das Amt des Bezirksarztes.
Als er am 4.Dezember 1918 starb, verlor die Gemeinde eine Persönlichkeit eigener Prägung,
die mit Überzeugung zu ihrer Meinung stand, die das Neue kritisch wog, sich aber auch den
neuen Erkenntnissen nicht verschloß.
Kurz nach seiner Übersiedelung nach Männedorf hatte sich Dr. Heinrich Pestalozzi mit einer
Tochter aus angesehener Familie dieser Gemeinde vermählt, mit Bertha Bindschedler (1858—
193 1). Sie war ihm eine treue Helferin und seinen Patienten die richtige Doktorsfrau, die mit
freundlichem Rat und christlicher Nächstenhilfe manches Leid gemildert hat.
Dem Doktorhaus in Männedorf entsprossen neun Kinder. Von den fünf Söhnen entschlossen
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