sich zwei zum technischen Studium. Anton Pestalozzi wurde ein bekannter Architekt (1885-
1953). Eugen Pestalozzi (1890-1948) hat als Eisenbauingenieur in der Schweiz und im
Ausland gewirkt. Beide waren begeisterte Sappeuroffiziere und versahen im Aktivdienst
während des Zweiten Weltkrieges den Posten eines Geniechefs, Eugen Pestalozzi bei der
Fliegertruppe, Anton Pestalozzi in einer Division. Die von ihm im Basler Gebiet angelegten
Grenzbefestigungen haben im Soldatenmund die Bezeichnung «Pestalozzi-Hag» erhalten.
Der jüngste Sohn, Max Pestalozzi-Meili (1892-1955), folgte dem Beruf seines Vaters und
wurde Arzt in Männedorf.
Wenn auch die anderen Söhne, Professor Gerold Pestalozzi-Beerli und Professor Heinrich
Pestalozzi-Rohner, ihre wissenschaftliche und erzieherische Tätigkeit wieder in der Stadt
Zürich ausübten, so blieb doch die «Schönau» in Männedorf der Mittelpunkt, in dem sich die
groß gewordene Familie immer wieder zusammenfand. Das Haus hatte auf lange hinaus von
dem Doktorehepaar Pestalozzi-Bindschedler den Charakter des patriarchalischen
Landhauses er ha1ten
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Nationalrat Friedrich Pestalozzi, 1871-1933
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Der jüngste Sohn des Bankiers Adolf Salomon Pestalozzi-Schulthess wandte sich einem
Berufe zu, in dem sich seit sieben Jahrhunderten außer dem großen Heinrich Pestalozzi kein
Glied der Familie mehr versucht hatte. Er kehrte nicht nur zur landwirtschaftlichen Scholle
zurück, sondern er blieb ihr zeit seines Lebens treu und widmete sich den großen und
kleinen landwirtschaftlichen Problemen.
Geboren im alten «Seidenhof» in Zürich am 22.Februar 1871 als neuntes und jüngstes Kind,
durchlief er hier die Primarschule und die Kantonsschule. Die Schulferien verbrachte er
häufig auf dem Lande, und so bildete sich in ihm die Neigung zur Landwirtschaft. Er trat in
die Lehre auf dem großen Gute «Gennersbrunnenhof» bei Schaffhausen. Nach Abschluß der
Lehre vertiefte er seine Kenntnisse im Studium, wovon er zwei Semester an der
landwirtschaftlichen Abteilung der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich,
weitere Semester an den Technischen Hochschulen in Halle und Berlin absolvierte. In
praktischer Arbeit während den Semesterferien lernte er große Güter in Ostpreußen und
Hannover kennen.
In die Heimat zurückgekehrt, zog er nach Wil im Kanton St. Gallen. Hier übernahm er das
große landwirtschaftliche Gut «Hofberg», zuerst 1895 in Pacht und hernach 1896 zu eigen.
Bald darauf, im Jahre 1899, führte er Emilie Ernst von Winterthur aus dem « Schneeberg» als
Gattin auf sein Gut. Sie verstand es, neben ihrem Gatten, den von allen verehrten Mittelpunkt
des großen Betriebes zu bilden und auch nach seinem Tode, zusammen mit ihren Töchtern,
den «Hofberg» zum fröhlichen Treffpunkt der Jugend eines weiten Bekanntenkreises zu
machen.
Neben der Bewirtung seines Gutes hat Friedrich Pestalozzi die Interessen der
landwirtschaftlichen Berufsgruppe gefördert und ihr seine ganze Kraft gewidmet. Mit
gewandter Feder hat er in ernsten und satirischen Artikeln verstanden, vorzüglich auf die
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Dr. med. Heinrich Pestalozzi, Männedorf:
Zur Erinnerung an Dr. H. Pestalozzi, Männedorf 1918. Zürichseezeitung, 1918, Nr.289. Zürcher Wochen-
chronik, 1918, Nr.50.
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Stammtafel 24