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Jagdgesetz. Im Jahre 1929 trat er auch in den Nationalrat ein, dem er als Vertreter der
freisinnig-demokratischen Partei St. Gallens vier Jahre lang angehörte. Er betätigte sich eifrig
als Mitglied des sogenannten landwirtschaftlichen Klubs der Bundesversammlung, einer
Verbindung von Parlamentariern verschiedener Parteien zur Wahrung der bäuerlichen
Interessen. Besonders ist er für die Bergbauernhilfe eingetreten. Die verschiedenen
landwirtschaftlichen Fragen, die zu Beginn der Krisenzeit anfangs der dreißiger Jahre immer
häufiger auftraten, fanden in ihm einen eifrigen und kompetenten Bearbeiter. Es spricht für
seinen politischen Weitblick, daß er die Anliegen der Bauernschaft nicht in einer bloß
berufsständisch orientierten sondern in einer der historischen Parteien vertrat. Auf dem
Gebiet der eidgenössischen Politik liegt seine Wirksamkeit als Mitglied des
Zentralausschusses der freisinnig-demokratischen Partei. Im Jahre 1930 übernahm er dazu
noch das Amt des st.gallischen Bauernsekretärs, das er mit großem Fleiß und Sachkenntnis
leitete. Gleichzeitig war er Sekretär der landwirtschaftlichen Gesellschaft des Kantons St.
Gallen, wo er organisatorische und technische Fragen bearbeitete. Die Übertragung all dieser
Ämter zeugt vom Vertrauen, das die Bauernschaft in Friedrich Pestalozzi setzte. Das ist auch
ein Beispiel für die glückliche Verbindung eines selbständigen Berufes mit der Funktion eines
berufsständischen Sekretärs und Politikers. Eine Verbindung, die seither mehr und mehr
verschwindet, um dem System der Berufssekretäre und Berufspolitiker Platz zu machen.
Nationalrat Friedrich Pestalozzi ist am 15. Mai 1933 gestorben.
Sein Gut auf dem «Hofberg» ist von Frau und Töchtern und einem Schwiegersohn
fortgeführt worden. Seine politischen und berufsethischen Ideen aber sind von seiner Tochter
Johanna übernommen worden, die als Präsidentin dem Schweizerischen Landfrauenbund
vorstand
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.
Musiker und pfarrer Heinrich Pestalozzi, 1878-1940
282
(von Siegfried Pestalozzi)
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Im Haus zur Alten Apotheke in Wädenswil, wo sein Vater, Jakob Heinrich Pestalozzi (1852-
1934), eine Fabrik für pharmazeutische Produkte besaß, wurde Heinrich am 26.August 1878
geboren. Schon während der ersten Kinderjahre mußten sich seine Eltern des öfteren fragen,
was wohl aus dem verträumten Buben, der nur aufzuhorchen schien, wenn irgendwo Musik
ertönte, später werden würde. Mit zärtlicher Liebe hing er an seiner Urgroßmutter Hauser;
aber auch seine Großmutter väterlicherseits galt alles für ihn, sagte er doch in späteren Jahren
immer wieder, sie habe in seinem Leben zu den edelsten und wertvollsten Frauen gehört.
Noch zählte Heinrich keine sieben Jahre, als ihm seine Großmutter Treichler aus dem Neuhof
-
eine Schwester seines Vaters, also eine geborene Pestalozzi - den ersten Klavierunterricht
erteilte, wobei er zu Hause allerdings lieber improvisierte, als die ihm von seiner begabten,
jedoch strengen Lehrerin aufgegebenen Übungen zu spielen. Nicht anders hielt er es mit der
Violine, die er, in Erfüllung eines heißen Wunsches, geschenkt bekam und in deren
                                                
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Nationalrat Friedrich Pestalozzi:
St. Galler Tagblatt, 95.Jahrg., Nr.227 vom 16.5.1933.
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Stammtafel 23
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Musiker und Pfarrer Heinrich Pestalozzi:
Das Lebensbild stammt aus der Feder seines Sohnes Siegfried Pestalozzi. Nachrufe: Neue Zürcher Zeitung,
1940, Nr.1151 und 1161. Allg. Anz. v. Zürichsee, 1940, Nr.189. Tagesanzeiger, 1940, Nr.189. Der
Bindebogen, Nachrichtenbl. d. Konservatoriums, Zürich 1940, Nr.8. Schweizer Musikzeitung, 1940, Nr.8/9,
S.204.
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