Verlegern und von da in die Öffentlichkeit.
1914 mußte Pestalozzi seine treue Lebensgefährtin für immer hergeben, wohl der härteste
Schicksalsschlag, den ihm das Leben zugedacht hatte.
Tafel 091 Heinrich Pestalozzi Pfarrer und Musiker, 1878-1940
Nach einiger Zeit begann er die Fäden wieder enger zu seinem eigentlichen Beruf zu spinnen
und wurde denn auch im Jahre 1917 als Lehrer für Sologesang am Zürcher Konservatorium
fest engagiert, weshalb er mit seinen Kindern nach Zürich übersiedelte.
Gesangspädagogische Schriften, in welchen er seine Erfahrungen verwertete und zum Teil
neue Wege ging, vor allem aber individuelle Behandlung des ihm anvertrauten
Stimmenmaterials brachten ihm speziell in Deutschland beachtenswerten Erfolg, was schon
darin seinen Niederschlag fand, daß Schüler und Schülerinnen aus Nürnberg und Köln den
weiten Weg nicht scheuten, um jeden Monat für ein paar Gesangsstunden nach Zürich zu
fahren.
Trotz großer Beanspruchung blieb Pestalozzi aber auch seinem geistlichen Berufe treu, indem
er in der einen oder anderen Gemeinde des Kantons Zürich aushilfsweise die
Sonntagspredigt hielt und es mit seiner menschlichen Einstellung verstand, sich stets einen
guten Kirchenbesuch zu sichern.
1920 ging Heinrich Pestalozzi mit der jungen Pianistin Flora Hofer seine zweite Ehe ein und
fand in ihr einen Menschen, der für sein Schaffen großes Verständnis zeigte und die
Fähigkeiten zu dessen hervorragender Interpretation besaß. Während der folgenden zwanzig
Jahre bis zu seinem Tode reihte sich Werk an Werk: Lieder, Chorwerke, Klavierstücke, ein
Streichquartett, Toccata für Orchester Op. 73, Sinfonia breve Op.85 für Orchester usf.
Aufgeführt wurden seine Kompositionen an Tonkünstlerfesten und erstklassigen
Chorveranstaltungen in der Schweiz, in Deutschland, England, Holland, Österreich, der