Zwei Frauen sind mit Heinrich Pestalozzi als Vorbilder der Muttertreue und
Aufopferung in die Geschichte eingegangen: seine Mutter und seine Gattin. Ohne die
aufopfernde Kraft dieser beiden Frauen ist es undenkbar, daß er der Menschheit hätte
geben können, was er zu geben hatte. Was wir über das Leben seiner Mutter, Susanna
Hotz (1720-1796) wissen, ist in seinem Lebensbild aufgezeichnet (Seite 149).
Tafel 093 Charlotte Pestalozzi-Scotchburn, 1818-1881
Anna Schulthess (1738-1815), die Lebensgefährtin Heinrich Pestalozzis hat, als äußeres Zeichen
der Dankbarkeit aller Pestalozziverehrer, ihr eigenes Denkmal auf dem Friedhof in Yverdon
erhalten. Es stammt von der Hand des Bildhauers Hubacher und ist vom Schweizerischen
gemeinnützigen Frauenverein und dem Schweizerischen Lehrerinnenverein gestiftet und im
Pestalozzijahr 1927 eingeweiht worden. Sie hatte ihrem Elternhaus entsagt, um die Gefährtin
des Idealisten zu werden. Sie hatte mit ihm das Brot der Entsagung und die Bitternis der
Enttäuschungen geteilt. Und sie war es, die ihn immer wieder aufrichtete, ihm durch ihren
Glauben an seine Ideale die Kraft zum Durchhalten gab. Und in seinen späteren Jahren war
sie der gute Geist des Hauses in der Erziehungsanstalt in Yverdon. Sie hat den Namen
«Mutter Pestalozzi» von seinen Mitarbeitern und Zöglingen erhalten als Inbegriff der
Verehrung. Mit ihrem Tod am 11.Dezember 1815 ist der gute Geist aus dem Schlosse und der
Anstalt ausgezogen
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. Die ergreifenden Worte des Gatten über diese außergewöhnliche Frau
sind in seinem Lebensbild wiedergegeben (Seite 149).
Allen Müttern hat Heinrich Pestalozzi in seinem Roman «Lienhard und Gertrud» ein un-
vergängliches Ehrenmal gesetzt. - Jeder Auswahl haftet etwas Willkürliches an. Es ist daher
der reine Zufall, welche Namen im folgenden aufgeführt und aus der langen Reihe der
Pestalozzischen Mütter ausgewählt werden; der Zufall, der bestimmt hat, von welcher Frau
Aufzeichnungen erhalten geblieben sind. Die folgenden Namen sind deshalb nur als
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Emilie Schäppi, Anna Pestalozzi-Schulthess, die Lebensgefährtin Heinrich Pestalozzis 1768-1815, in
Schriften der Pestalozzigesellschaft in Zürich, 1927, S. 78.