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pudicitiae favet Deus, Nequitiam vero punit et aversatur», mit dem der Erbauer der
Grundlage des Familienlebens Ausdruck verlieh. Ein zweites Zimmer mit reich geschnitztem
Renaissancetäfer stammt aus dem Pestalozzihaus an der oberen Brücke und ist jetzt im
Museum in Darmstadt. Auch dieser festliche Raum ist mit einem stolzen Spruch geziert:
«Sola virtute constat Nobilitatis spiendor» (Einzig in der Tugend bleibt des Adels Glanz).
Kunstvolle Kachelöfen wärmten die Stuben der Vornehmen. Sie waren eine Besonderheit
jener italienischen Gebirgstäler
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.
Zahlreiche Häuser an den Gassen und Plätzen Chiavennas zeigen heute noch in ihren
Inschriften und wappengekrönten Portalen, daß sie einst in Pestalozzischem Besitz waren.
Statt Reklameschilder der Handeishäuser trugen damals die Tore stilvolle Inschriften, die
dem Fremden oder Boten den Weg zum gesuchten Kontor zeigten.
Am Hauptplatz (der heutigen Piazza Rodolfo Pestalozzi) bei der Brücke trägt ein Tor die
Worte «Nobili Pauli Pestalozii Aedificium 1570». Das Haus war schon 1450 vom Urgroßvater
des Zürcher Stammvaters neu aufgebaut worden. Daneben erhebt sich der Palazzo Pestalozzi
(via Carlo Pedretti 128), der im Durchgang mit dem Wappen der Pestalozzi und Salis
geschmückt ist. Von den zahlreichen weiteren Gebäuden, die früher ebenfalls Palazzo
Pestalozzi genannt wurden, sind heute noch zwei erhalten. An der Hauptstraße (Nr. 15) führt
das mit dem Wappen gekrönte Renaissanceportal in die Räume, die früher das Handelshaus
des «Daniele F.quo. Giulio Pestalozzi 1617» beherbergten. Dieser Daniel, ein Neffe unseres
Zürcher Ahnherrn, hat 1622 bis 1624 als Flüchtling in Zürich Zuflucht gesucht. - Ein anderes
Portal, gleichfalls an der Hauptstraße und gleichfalls mit der Jahreszahl 1617, weist auf
«Paolo q. Carlo Pestalozza» hin. Paolo gehört der Linie der Pestalozza-Porretini an; von
seinem Bruder Carlo, der sich in Lyon niederließ, stammte ein bedeutender Familienzweig in
Frankreich.
Die Handelsware, die in diesen Häusern ihren Weg nach Norden fand, war zumeist Seide.
Daneben trieben diese Kaufleute auch Bankgeschäfte.
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Auf Handelsstrassen durch Europa
Zu gleicher Zeit, da der erste Pestalozzi nach Zürich kam und hier geblieben ist, ließen sich
andere Familienglieder in verschiedenen Städten nah und fern nieder, um dort
Zweigniederlassungen oder eigene Häuser zu gründen.
Am naheliegendsten war die Stadt Como am anderen Ende des Sees, wo die Ware aus Italien
ins Schiff verladen und so nach Norden spediert wurde. Schon ein früher Dichter (Bettin da
Trezzo, 1488) hat den regen Schiffsverkehr auf dem Comersee, den reichen Handel und den
Markt in Como besungen.
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Hier ließ sich Flaminio Pestalozza nieder. Sein Speditionsgeschäft
bediente die Handelshäuser über den Alpen. So war er um 1601 bis 1603 der Spediteur des
größten Zürcher Seidengeschäftes, der Firma Werdmüller im Seidenhof. Er lieferte in großen
Quantitäten Seidenabfälle zur Verarbeitung nach Zürich. Anderseits bezog er aus Zürich
                                                
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Hans Hoffmann, Das Pestalozzizimmer im Schweiz. Landesmuseum, ein Beispiel für Wand- und
Deckenbildung des Manierismus, in Ztschr. f. Schweiz. Archäologie u. Kunstgesch., 1952, Bd. 13, S.33-37.
A. Giussani, Stufe artistiche valtellinesi, in Rivista archeologica della provincia di Como, 1910 (über Öfen
aus dem Besitz der Pestalozzi).
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Siehe beispielsweise Geschäftsbuch der Firma Andrea Cortino & Tomaso Scartaggio in Promontogno, von
1623, S.2, 6 und 23 (Manuskript im Besitz Theophil v. Salis‘, Zürich).
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Periodico Comense, Bd. XIV, Heft 54, S. 122.
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