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Wiener Linie);
Petzelsdorf und andere Herrschaften in Niederösterreich (Johann Anton Freiherr Pestaluz
von Pestaluzzi aus der jüngeren Wiener Linie);
Herrschaft Tagmersheim in der bayrischen Pfalz (Fideikommiß der Pestalozza in Luzein);
Waldhausgut Masans bei Chur (Fideikommiß der Churer Pestalozzi);
Les Robinières,
Schloß und Herrschaft in Westfrankreich (die Pestalozzi in Paris).
So zeigt sich, daß zu einer Zeit, die noch keine nationalen Schranken kannte -
mindestens
nicht für den Kaufmann und den Adeligen -‚ aus dem Stamm in Chiavenna sich Ableger
gelöst und sich im europäischen Boden, weit vom Osten bis in den äußersten Westen,
eingepflanzt hatten. Weitaus das stärkste Schoß oder ein ganzes Bündel von Zweigen blühte
aber noch im 16. und weit ins 17.Jahrhundert hinein am fruchtbaren Ursprungsort, im
bündnerischen Chiavenna.
Auf Heerstrassen
In Italien war seit dem ausgehenden Mittelalter auch der Beruf des Soldaten ein Gewerbe wie
ein anderes. Der militärische Führer, der Condottiere, betrieb sein Gewerbe wie ein Kaufmann:
mit möglichst großem Gewinn! Kunst in der Kriegsführung und List galten mehr als
Heldentum.
Auch einige Pestalozzi haben diesen Beruf ergriffen. Als frühester ist ein Ringardo Pestalozza
überliefert, der kaiserlicher General der Kavallerie gewesen sein soll, in Ungarn gegen die
Türken kämpfte und 1575 in Prag gestorben sei. Die Dokumente in Chiavenna erwähnen ihn
nicht. Er ist nur in der etwas phantastischen Bildergalerie des Palazzo Pestalozzi verewigt.
Seine Existenz ist immerhin noch glaubhafter als die jenes ebenfalls abgebildeten «Bajomanas
Pestalozza, Dominus de Bella Spada, Qui Una Cum Colombo in Indos Penetravit; occubuit
Goae anno MDXV» (Bajomanas Pestalozza, Herr zu Bella Spada, der mit Columbus bis nach
Indien vordrang, starb zu Goa Anno 1515). Auch von diesem Namen war in den Chiavenner
Urkunden um 1500 keine Spur aufzutreiben. Das Porträt verdankt seine Entstehung wohl
dem Umstand, daß es früher in vornehmen italienischen Familien zum guten Ton gehörte,
einen Gefährten des Kolumbus unter seinen Vorfahren zu haben. Im folgenden wollen wir
die Lauf bahnen der wenigen Pestalozzi aus Chiavenna betrachten, die noch als Condottieri
bezeichnet werden können, auch wenn ihre Taten nicht alle ruhmvoll sind.
Ein Vorspiel zur Genfer Escalade
Es war im Jahre 1593. Krieg herrschte damals zwischen der Stadt Genf und dem Herzog von
Savoyen, der seit langem die größten Anstrengungen unternahm, Genf wieder unter seinen
Einfluß zu bekommen, da die Stadt im Mittelalter direkt und indirekt zum Gebiet der
Herzöge von Savoyen gehört hatte.
Paolo Pestalozza, Hauptmann, ein richtiger Condottiere, bot seine Dienste dem Herzog von
Savoyen an. Er hatte einen eigenen Plan für die Eroberung Genfs ausgeheckt. Seine Absicht
war, zunächst seine Dienste mit seiner Kavallerieschwadron der Stadt Genf anzubieten. Er
rechnete damit, daß Genf seine Kompagnie annehmen werde, weil er persönlich Verwandte
in der Stadt hatte, die - so glaubte er - für seine Vertrauenswürdigkeit bürgen würden. Bei
diesen Verwandten handelte es sich um die Familie Pelizzari. Niklaus Pelizzari aus Plurs (?
1575) hatte sich 1572 in Genf niedergelassen. Sein Sohn Corneille Pellissari war 1580 dort
Bürger geworden und saß seit 1587 im Großen Rat der Stadt. Sein Wort hatte sicher Gewicht.
Der Bruder des Corneille, Claudius Pellizari, Seidenhändler und Bürger von Basel, hatte eine
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