nicht zu, sondern der Grund für die Nennung eines Pestaluzen bei Wallensteins Tod ist
vielmehr der, daß tatsächlich ein Pestalozzi an der Verschwörung teilgenommen hat.
Hauptmann Alexander Pestaluz kommandierte eine Kompagnie von hundertvierzig Mann
im Trckaschen Infanterieregiment unter dem Kommando des Schotten Oberstleutnant
Gordon. Das Regiment bestand aus sieben Kompagnien. Zu Anfang des schicksalschweren
Jahres 1634 lag das Regiment in der Stadt Eger und in deren Umgebung. Die Kompagnie des
Hauptmanns Pestaluz lag in Elbogen. Am 24.Februar traf der Feldherr, Albrecht von
Wallenstein, Fürst zu Friedland, Generalissimus des Kaisers, in Eger ein. An diesem Tag
wurde auch die Kompagnie Pestaluz nach Eger befohlen. Am fatalen 25.Februar wurde ihr
die Wache der Burg übertragen.
Zu der gleichen Zeit, da in der Kanzlei Wallensteins der Plan, dem Kaiser die Armee zu
entziehen, feste Form annahm, bereiteten auch die Verschworenen, Butler, Gordon und
Leslie, ihren Schlag vor, der zur Ermordung des Feldherrn in seinem Quartier in der Stadt
und zum Tode seiner ihm anhängenden Offiziere bei einem Bankett auf der Burg führen
sollte. Dazu mußten einige Offiziere als Helfer beigezogen werden. Zuerst, am Nachmittag
des 25.Februar, weihten die Verschworenen Butlers Oberstwachtmeister Robert Geraldin in
den Plan ein. Er verpflichtete sich eidlich, mit sechs schneidigen Dragonern die Gäste im
Bankettzimmer niederzumachen. Um aber sicherer zu gehen, wurden noch ein paar andere
Offiziere in den Mordplan eingeweiht und zur Mitwirkung gewonnen. Es waren die
Butlerschen Hauptleute Dionysius Macdaniel, ein Schotte, Walter Deveroux, ein Ire, Egmont
Burgk, ebenfalls ein Ire oder Schotte, Salomon Pürcker zum Weißenthurn, ein Deutscher, und
schließlich Alexander Pestaluz.
Auf der Kaiserburg zu Eger lag an der Südwestecke des Burgberinges das Wachtlokal der
Torwache. An diesem äußern Tor war Leutnant Hans Ulrich Griesser am 25.Februar
Wachtkommandant. Er hat offenbar zur Kompagnie Pestaluz gehört. Ihm gab Butler den
Befehl, die Dragoner mit ihren Offizieren in die Burg einzulassen. Über den Zweck des
Einlasses scheint er nicht völlig aufgeklärt worden zu sein. Er tat, was der hohe Offizier
verlangte. Die Gefügigkeit dieses Wachtkommandanten hat die Durchführung des
Mordplanes erst ermöglicht.
So kam der Abend. Die Gäste waren im Bankettsaal. Es war schon dunkel, als zwischen
sieben und acht Uhr die Dragoner Geraldins, etwa siebzig an der Zahl, erschienen. Etwa die
Hälfte davon hatte die Aufgabe, die Ruhe unter der Trckaschen Infanterie im Schloß
aufrechtzuerhalten und die Diener der Gäste an Gewalttätigkeiten zu hindern. Auch
Hauptmann Pestaluz war erschienen und sorgte dafür, daß seine Wachmannschaft sich jeder
Einmischung enthielt. Das war sein Anteil am Umsturz in der Armeeleitung.
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Unterdessen wurden die Wallenstein treuen Offiziere im Schloß niedergemacht. Und in
derselben Nacht ist der Feldherr ermordet worden. Dem Kaiser war die Führung seiner
Armee gesichert. -
Hauptmann Pestaluz blieb weiter bei der Armee. Er wurde später
Oberstleutnant und geriet 1642 in schwedische Gefangenschaft. Auf ihn bezieht sich
möglicherweise der Beschluß des Bündner Bundestages vom 22.Juli 1620, der ihm einen
Geleitbrief ausstellte, damit er mit Weib und Kind, Dienstboten, Hab und Gut ungehindert
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Paul Schweizer, Die Wallensteinfrage in der Geschichte und im Drama, 1899, S.36, Anm.3. Heinrich Ritter
von Srbik, Wallensteins Ende, Wien 1920, S. 162 f., 189 f., 193. J. E. Hess, Biographien und Autographien zu
Schillers Wallenstein, S.409 und 414.