In dieser Stadt, wo sich die Straßen vom Splügen und vom Septimer und Maloja treffen, blieb
das Geschlecht für Jahrhunderte. Und für weitere Jahrhunderte sollte es das führende
Geschlecht dieser Stadt werden. Noch heute, da kein Pestalozzi mehr dort wohnt, reden nicht
nur Steine und Inschriften, sondern auch die älteren Einwohner von den bedeutenden
Männern, die die Familie jener Stadt gegeben hat; während in Gravedona schon der Chronist
des 18.Jahrhunderts keine Kunde mehr davon hatte
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Ratsherren von Chiavenna
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In Chiavenna war die Familie zunächst wenig zahlreich. Haben wir ihre ersten Glieder als
Pächter von Alpen in den Einnahmebüchern der Gemeinde Chiavenna gefunden, so
verschwinden sie bald darauf als Zahlende, um in den Ausgabenbüchern entweder als
Zahlungsempfänger oder als Beauftragte der Gemeinde aufzutauchen, die über die Gelder
der Stadt Verfügungen trafen
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Tafel 006 - Wappen vonChiavenna
Zunächst - 1324 - zahlt der bereits bekannte Ser Guilhelmus Pestaloza noch eine Abgabe «pro
dacio et pro estimatura unius caveve vini venditi ad minutulum»‚ weil er Wein im großen
eingeführt und im kleinen verkauft hatte. Solch « wirtschaftliche» Betätigung im wahren
Sinne des Wortes tat seiner sozialen Stellung nicht den geringsten Eintrag. Er erscheint schon
1327 als Beauftragter der Gemeinde, jedenfalls als Mitglied des Rates, als der Fluß Mera
wieder einmal über seine Ufer getreten war und Arbeiten zum Schutz des Landes vor der
Überschwemmung ausgeführt werden mußten. Im gleichen Jahre ist er es auch, der dem
Podestà Ser Gufredus de Rumo sein Salär («pro parte solutionis salarii sui regiminis huius
anni») auszahlen läßt.
So gelangte die Familie in ihrer neuen Heimat bald zu hohem Ansehen.
Mit der Übernahme der Herrschaft über Como durch die Visconti, die Herren von Mailand,
im Jahre 1335 war auch das ganze von Como abhängige Gebiet unter die Oberhoheit dieser
Herren gekommen, die ein Interesse daran hatten, die ghibellinisch gesinnten Familien und
Städte zu begünstigen. Um jene Zeit hatte in Chiavenna unter der Führung der Peverelli
diese Partei die Herrschaft. Im Laufe der Auseinandersetzung zwischen Como und dem
Bischof von Chur, der ebenfalls Ansprüche auf das Veltlin und Cleven erhob, wurden die
Bündner mit Waffengewalt zurückgedrängt. Ihre zahlreichen Kriegszüge und Einfälle
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A. M. Stampa, Cronaca 1715, abgedruckt im Periodico Storico Comense, Bd. XIV, 1901, S.250f., zählt die
alten, auch die ausgestorbenen Familien von Gravedona auf, ohne die Pestalozzi zu erwähnen.
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Stammtafel 2
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Archivio Capitolare Chiavenna, Cart. 32, Quaderni dei conti del Comune zu den Jahren 1324, 1327, 1334