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katholisch. Carlo Pestalozzi amtete unter den Evangelischen Chiavennas auf Grund
seines hohen Ansehens gelegentlich als Schiedsrichter
334
.
6. Von den zahlreichen Nachkommen des Notars und Konsuls Bernardino (Stammtafel 9)
war Dr. med. et art. Nicolaus Pestalozza, der mit Judith Pestalozza, einer Tochter des
vorgenannten Carlo Pestalozzi-Porrettini, verheiratet war, reformiert. Er hat 1583 eine
kaiserliche Adelsbestätigung erhalten und ist in Posen in Polen gestorben
335
.
Die Frau seines Sohnes Julius, Angelica Oldrati, anderseits ist in Chiavenna 1622
katholisch bestattet worden.
II. Aus dem Stamme des Guilhelmus:
1. Zahlreich sind die Evangelischen in der Linie der Pestalozza a Luna (Stammtafel 10):
Franciscus Pestalozza kam mit seiner Frau, Margarita von Salis, 1621 hochbetagt als
Flüchtling nach Zürich. Er ließ seine Söhne im protestantischen Basel studieren.
Sein Sohn Julius war zusammen mit seiner Gattin, Sara Pestalozza, ein großer Förderer
der evangelischen Kirche in Chiavenna
336
. Sie sind die Stammeltern der Pestalozza in
Luzein und Tagmersheim. Beide sind nach der Aufhebung des reformierten Kultus in
Chiavenna in Castasegna begraben worden, wo noch eine wappengeschmückte
Erinnerungstafel ihrer gedenkt.
Wahrscheinlich war auch der Großkaufmann Paulus Pestalozza reformiert. Er ist 1621
beim Eindringen der Spanier in Chiavenna aus dem Fenster gestürzt worden.
Zur evangelischen Gemeinde gehörte auch sein Bruder Octavius Pestalozza mit seiner
Gattin Claudia Pellizari. Ihr einer Sohn, Johann Anton (1599-1659), zog mit seiner
Familie nach Chur und wurde der Stammvater der dortigen Familie. Die Nachkommen
des zweiten Sohnes, Hauptmann Octavio, blieben in Chiavenna und wurden wieder
katholisch.
Es ist wohl möglich, daß noch eine Anzahl anderer Familienglieder der Reformation gefolgt
ist, doch ist bei der Spärlichkeit der Dokumente, die einen Hinweis auf die Konfession
enthalten, die Nachweismöglichkeit gering. Denn die Archive der früheren evangelischen
Parteien sind verloren gegangen, aber noch spät im 17.Jahrhundert zahlten katholische
Pestalozzi in Chiavenna Zinsen an die evangelische Kirche, die von Verpflichtungen oder
Darlehen herrührten, welche ihre dieser Kirche verbundenen Vorfahren begründet hatten.
B. Katholische
Um einen Vergleich zu ermöglichen, werden die nachgewiesenen Angehörigen der
katholischen Kirche in der gleichen genealogischen Systematik der einzelnen Linien
angeführt. Meist kann die Zuschreibung auf Grund der Totenregister der Kirche zu San
Lorenzo erfolgen
337
.
I.
Stamm des Paulus:
                                                
334
Ebenda, I B 7 (Vertrag vom 11.8.1601).
335
Libro Mastro della Chiesa Evangelica di Chiavenna, S.42 f
336
Archivio capitulare S. Lorenzo, Chiavenna, Kirchenbücher von Chiavenna ab 1603.
337
Jean Tricou, Recherches sur les Vertema à Lyon aux XVIe et XVIIe siècles, in Der Schweiz.
Familienforscher, 1947, S. 140.
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