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2. Linie der Pestalozzi-Davosini (Stammtafel 12):
Baptista Pestalozza (t 1616) und sein Sohn Baptista in Lyon.
Francesco Pestalozza gen. Mancinus und Davosinus (? 1624).
Francesco Pestalozza gen. Davosinus (? 1618), seine Gattin, Lucrezia Peverelli (? 1614),
und ihre Kinder.
Vincenzo Pestalozza, 1589 Ratsherr, und sein Sohn Parisius (? 1625), der bei Ulysses von
Salis Lieutenant war.
III. Aus dem Stamme der Pestalozzi in Oltre Mera (Stammtafel 13):
Isaac Pestalozza gen. Pellegrino, dessen zwölfjähriger Sohn Daniel 1605 katholisch
begraben wird.
Giovanni Antonio Pestalozza gen. Pellegrino (? 1612) und seine Gattin, Caterina
Brusasorci, von Plurs (? 1610), deren Nachkommen zum Teil nach Novate
übersiedelten.
Wenn in Chiavenna die Glocken der Kirchen läuteten, so zogen aus den gleichen Häusern
und Gassen die einen Familien des Geschlechts zum evangelischen Gottesdienst in der Kirche
San Pietro, während die andern ein paar Schritte weiter wanderten in die Kollegiatskirche
San Lorenzo zur katholischen Messe. Und es kam nicht selten vor, daß ein Sohn oder eine
Tochter, wenn sie zu Jahren kamen und eine eigene Familie gründeten, die Kirche wechselte
und aus dem gleichen Haus durch die gleichen Gassen zur andern Kirche schritt. So häufig
kam das vor, daß ein solcher Wechsel kaum von schweren Konflikten begleitet sein konnte.
Das Nebeneinander- und Miteinanderleben führte zur Toleranz und zum konfessionellen
Frieden. Dieser Friede dauerte achtzig Jahre, solange, bis er durch Einflüsse von außen
gestört wurde, durch Einflüsse aus Gebieten, die einseitig nur aus Angehörigen einer
Konfession bestanden und wo der Glaubenszwang eine Selbstverständlichkeit war. Solche
Gebiete waren ein Teil der bündnerischen herrschenden Gemeinden oder die Bischofsstädte
Italiens.
Und auch damals, als der konfessionelle Frieden in Chiavenna und im Veltlin so jäh und
ungestüm zerstört wurde, war das religiöse Moment mehr Vorwand und äußerlich sichtbarer
Grund für Revolution, Krieg und Mord, während die tieferen Ursachen hiefür doch im
Politischen lagen. Es ist nicht zu vergessen, daß im Zeitpunkt, als der konfessionelle
Bruderkrieg im Veltlin ausbrach, der europäische, der Dreißigjährige Krieg, bereits begonnen
hatte.
Bis zu jenem Tage ist Chiavenna ein Beispiel dafür, daß auf dem Grund des italienischen
Humanismus auch im Jahrhundert der konfessionellen Unduldsamkeit ein friedliches
Zusammenleben der Glaubensbekenntnisse möglich war. Das glauben wir am Beispiel der
Familie Pestalozzi gezeigt zu haben.
Gewitterwolken
Die ersten Anzeichen des gestörten Friedens zeigten sich nicht einmal auf dem Gebiet des
Glaubens, sondern dort, wo die meisten Ursachen zu Krieg und Umsturz liegen, auf dem
Felde der Wirtschaftspolitik. Mailand gehörte den Spaniern. In Bünden tendierte die
Mehrheit der evangelischen Bundesglieder nach Venedig und suchte dort handelspolitische
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