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wurden abgewiesen. Damit konsolidierte sich die Regierung von Como und Mailand.
Dadurch wurde aber auch die Stellung der Ghibellinen-Familien, zu denen die Pestalozzi
gehörten, erheblich gestärkt.
In den Jahren 1334 und 1351 finden wir unter den Mitgliedern des Rates von Chiavenna, der
aus zwölf Adeligen bestand, den «Ser Andreinus Pestaloza de Grabadona filius quondam Ser
Pétroli Pestaloze de Grabadona».
Noch in der dritten Generation führten die Pestalozzi in
Chiavenna somit gelegentlich in einem Zusatz zum Namen die Erinnerung an ihre frühere
Heimat in Gravedona
19
,
Ser Andreinus Pestaloza befaßte sich zunächst mit den Beziehungen Chiavennas zu Como.
Im Jahre 1334 beruft sich der Rechnungsführer der Gemeinde, Ubertolus de Ponte, auf den
Auftrag des Ser Andreinus, wenn er die Botenlöhne auszahlt für Briefe, die von der
Gemeinde nach Como geschickt wurden. Besonders interessant ist -
im Hinblick auf die
spätere Entwicklung -‚daß dieser Andreinus Pestaloza schon im Jahre 1343 sich mit den
Zollrechten, allerdings zunächst nur als Funktionär der Gemeinde Chiavenna, befaßte. Er
vollzog die Zollverleihung («ad incantum pro eo quod incantavit datium, ruscaticum
doganam»). Im Protokoll einer Gemeinde-Versammlung im Rathaus von Chiavenna im Jahre
1348 erscheint Ser Andreinus an der zweiten Stelle des adeligen Rates. Damals war
Chiavenna vom Herrn von Mailand verpflichtet worden, dem Statthalter Nicola Guancio eine
Schuld zu bezahlen, und die Beratung ging darüber, wie die nötigen Gelder aufzubringen
wären. In ähnlichen Urkunden der Jahre 1346 bis 1352 ist Ser Andreinus Pestaloza aufgeführt
als Mitglied «de consilio» und «vicinus Comunis et hominum burgi de Clavenna». Er hatte
die Gemeinde auch in Geldgeschäften zu vertreten. Als vicini («Nachbarn») wurden in jener
Zeit diejenigen Einwohner von Chiavenna bezeichnet, die an den Gemeindegütern beteiligt
waren und das Stimmrecht in der Gemeindeversammlung besaßen. Die «Vicinia» von
Chiavenna, deren Rechte sich, im Gegensatz zur mittelalterlichen Feudalordnung, noch aus
der römischen Gemeindeordnung herleiten lassen, wie sonst in wenigen Städten Italiens,
bestand zur Hauptsache aus dem niederen Stadtadel und erhob sich über die Bewohner der
Landschaft
20
.
Bei einer wichtigen rechtlichen Auseinandersetzung zwischen der Gemeinde Chiavenna und
Augustin von Salis, bei der es um Steuerprivilegien ging und in die auch der Herr von
Mailand, Galeazzo Visconti, eingegriffen hatte, amtete ein Schiedsgericht unter Bartolomäus
de Candia. Als Beiräte walteten die zwölf Consiliarii der Gemeinde Chiavenna. 
An dieser feierlichen Sitzung, die am 8.Dezember 1383 unter dem Klang der Glocke
zusammengetreten war, nahm auch der Ratsherr Antonius Pestalozza teil, neben den
vornehmsten und wichtigsten Vertretern der führenden Familien
21
. Von da an gehörte die
Familie Pestalozza dauernd zu den Ratsgeschlechtern Chiavennas.
                                                
19
Biblioteca Comunale Como, Carteggio Crollalanza Nr.I, 1,24; 1,2,8 (1346); 1,2,10 (1350); 1,2,11 (1351); 1,2,12
(1352); 1,2,23 (1348).
20
Ceradini, a.a.O., S.90
21
Archiv v.Salis im Turmhaus Malans (Graub.), Geschlechtsarchiv I, Urk. 19, vom 28.10./8.12.1383. -
Conradin von Mohr, Codex diplomaticus, Chur 1843-63, 4. Band, S.86f., Nr.66. - Regesten der im Archiv
des Geschlechtsverbandes derer von Salis befindlichen Pergamenturkunden, bearb. Von P. Nicolaus von
Salis-Soglio, Sigmaringen 1898 (Nr. 19).
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