Verwaltungsgesetze Chiavennas in Kraft bleiben und weiterhin unverletzlich zu beachten
seien. Es ist weiterhin bestimmt worden, daß in Chiavenna und im Veltlin kein evangelischer
Gottesdienst gehalten werden dürfe.
Die erste Folge dieses Friedensschlusses war, daß nur ganz wenige Evangelische nach
Chiavenna zurückkehrten, und auch diese nicht für lange Zeit.
Tafel 104 Paolo Antonio Pestalozzi, Konsul von Chiavenna
Von den protestantischen Pestalozzi war es nur eine Familie, die sich noch bis zum Tode des
Vaters, Giulio Pestalozza, 1679 dort aufhielt und der evangelischen Gemeinde den Rückhalt
bot. Ihren Gottesdienst mußten diese Evangelischen jenseits der alten bündnerischen
Landesgrenzen in Castasegna abhalten, dorthin brachten sie ihre Kinder zum Taufen und
ihre Toten zur Bestattung. Es war nur noch eine kleine Schar
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. Aber auch die katholischen
oder katholisch gewordenen Pestalozzi hatten an Zahl erheblich abgenommen. Krieg, Pest,
Niederlassung im Ausland hatten ihre Spuren hinterlassen. Und Ende des Jahrhunderts
waren von dem einst so überaus zahlreichen Geschlecht nur noch drei Linien in Cleven übrig
geblieben.
Aus Trümmern mußte wieder aufgebaut werden. Zum ersten Konsul nach Beendigung des
Krieges wählte die Stadt jenen Giovanni Battista Pestalozza (Stammtafel 14), der sie in den
Friedensverhandlungen von Mailand so erfolgreich vertreten hatte. Er bekleidete noch vier
Male, 1638, 1642, 1659 und 1664, das höchste Amt der Stadt und eröffnete damit die lange
Reihe der Konsuln, die die Familie Pestalozza in den folgenden Jahrzehnten der Gemeinde
stellte. Er hat die Gemeinde-finanzen in keinem guten Zustand angetroffen, und fast zwanzig
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Pfarrarchiv Castasegna, Kirchenbücher; Libro Mastro della Chiesa Evangelica di Chiavenna (1680-1761) (im
Besitz von Theophil v. Salis, Rüschlikon, 1945).