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Hände eines Pestalozzi gelegt. Aus der Linie Pestalozzi-Pellegrini war Notar Fioramante
Pestalozza (Stammtafel 13) 1686, 1696 und 1708 Konsul, sein Neffe gleichen Namens
bekleidete das Amt 1716. Er war der letzte dieser Linie, da seine Ehe mit Eugenia Pellizari
kinderlos blieb. Er gab seinen Namen aber weiter an seinen Adoptivsohn, Fioramante
Paravicini, der 1769 ebenfalls Konsul war und bei der Loslösung Chiavennas von
Graubünden große diplomatische Talente entfaltete. Auch dessen Söhne haben den Namen
Pestalozza noch geführt, so Antonio Paravicini Pestalozza, der Offizier in holländischen
Diensten war
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.
Aus der Linie der Pestalozzi a Selder war Hauptmann Ottavio Pestalozza
(?
1744) in den
Jahren 1714 und 1742 Konsul und ebenso sein Sohn, Hauptmann Bartolomeo Felice, in den
Jahren 1751 und 1765. Mit seinen Kindern ist auch diese Linie ausgestorben (Stammtafel 15).
Auch der letzte männliche Sproß der Linie Pestalozzi-Filippi, die der Stadt zahlreiche Juristen
und drei Erzpriester gestellt hatte, Dr. Filippo Pestalozza, war 1770 Konsul von Chiavenna. Es
hatte etwas Unbefriedigendes, daß all diesen fähigen Männern jeder weitere politische
Aufstieg versperrt war. Der Zwiespalt war um so unbefriedigender, als die gesellschaftliche
Stellung in nichts den regierenden Bündnern nachstand. So war beispielsweise Filippos
Vater, Baldassare, der jung starb, Dr. jur. gewesen; sein Stiefvater war einer der letzten
Grafen Balbiani, ein Onkel Erzpriester, ein anderer Oberst. Sein Schwager war Andrea
Pellizari, Dr. iur. und Hauptmann, aus dem Hause der Malagucini Pellizari in Morbegno,
und auch seine Schwiegersöhne waren Juristen. Die politisch unbefriedigende Stellung der
Untertanen mußte zu einer gewissen Entfremdung führen.
Die Pestalozzi betätigten sich im 18.Jahrhundert neben ihren akademischen Berufen nur noch
wenig mit dem Handel, trotzdem die Bedeutung der Stadt Chiavenna als
Durchgangszentrum für den Alpenverkehr sich so lange erhielt, als die Kaufmannsware noch
auf Pferderücken über die Berge geführt wurde. Noch im Jahre 1696 gehörte das offizielle
Lagerhaus, die Sosta, Dr. Filippo Pestalozza
(
?
1711/12). Aus einer Zollabrechnung des Jahres
1711 ersehen wir aber, daß nur noch eine einzige Firma Pestalozzi in Chiavenna existierte,
das Handelshaus des Giovanni Battista genannt Bartolomeo Pestalozza (Stammtafel 15). Er
gehörte zur Linie der Pestalozza a Selder, die so hieß, weil sein Vater Bartolomeo Pestalozza
sich mit seinem Schwager, dem Handeismann Giorgio Selder, zusammengeschlossen hatte.
Die Mutter Giovanni Battistas war Caterina Picinoni von Bondo, eine sehr wohlhabende
Frau, was aus ihren Stiftungen ersichtlich ist. Seine Gattin war Claudia, die Tochter des
Hauptmanns Ottavio Pestalozza de Luna.
In dieser Zollrechnung sind alle Firmen aufgeführt, die im Sommer 1711 Waren über die
Alpen spedierten. Es sind ihrer acht. Pestalozza steht erst an dritter Stelle nach Maßgabe der
bezahlten Zollbeträge. Vor ihm kommen Nicolo Stampa, Giani e Lumaga sowie Paravicino.
Die Ware der Firma Pestalozza geht im zweiten Halbjahr 1711(1
/
11.Juni bis 1
/
11.Dezember)
mit 71 Saumlasten (Colli) nach Zürich und St. Gallen, mit 263½
Saumlasten nach
Deutschland, dazu kommen 32 Saumlasten speziell verzollter Roba sottile. Nicht über den
Splügen, sondern auf der Straße «über den Berg von Maloja» hatte die Firma vom Oktober
1708 bis Juni 1711 54½
Colli italienischer Herkunft spediert, wofür der Zoll an Thomas
Massner & Sohn in Chur zu bezahlen war. Um einen Begriff vom Warenverkehr über diese
                                                
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Crollalanza, a.a.O., S.508, 531, 534. Giornale Araldico – genealogico- diplomatico, Bd. I, 1874, S.329 (Filippo
Raffaelli, Genealogia Crollalanza di Chiavenna).
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