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II. - DIE PESTALOZZI IN CHUR
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Flucht und Rettung
Der Churer Zweig der Familie Pestalozzi ist durch die bewegten Ereignisse der
Bündnerwirren vom Chiavenner Hauptstamm los-gesplittert worden
388
. In den blutigen
Nächten des Veltlinermordes (1620) war der Bürgerkrieg ausgebrochen. Als so durch die
Hilfe spanischer Sendboten die Südtäler Bündens abgefallen sind, versuchen die
evangelischen Bündner zweimal, ihr Land den Spaniern zu entreißen. Auch die zugezogenen
Truppen aus Bern und Zürich erliegen einem widrigen Geschick.
Tafel 107 - Pestalozzi-von Salis Wappen
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Da greift die Zwietracht in das eigene Lager der regierenden Drei Bünde über. Der Obere
Bund schließt zu Mailand eine Kapitulation ab. Durch einen geheimen Unterhändler sucht
der spanische Herzog von Feria mit großen Versprechen Rudolf von Salis zu gewinnen, das
Haupt der evangelischen Bündner. Der Versuch wird entdeckt, die spanische Annäherung
vereitelt, der Obere Bund gezwungen, dem Kapitulat zu entsagen.
Der Mann, der zu Chur das spanische Unterfangen entdeckt hatte, war ein Schwager jenes
Freiherrn von Salis, der für Spanien hätte gewonnen werden sollen: Johann Anton Pestalozzi,
ein erst einundzwanzigjähriger Hauptmann, vermählt mit Claudia von Salis von Soglio
390
.
Aus Chiavenna gebürtig, Sohn des Octavio Pestalozza und der Claudia Pellizari, hatte er sich
im Parteienkampf ganz auf die Seite seiner Schwäger gestellt.
Als evangelisch gesinnter Hauptmann stellte sich Johann Anton Pestalozzi denn auch den
Bündnern zur Verfügung, als sie den dritten Versuch machten, das Veltlin wieder zu
gewinnen; ein Versuch, der traurig genug enden sollte. Genau ein Jahr vorher war sein
Schwiegervater gestorben, der St. Markus-Ritter Oberst Hercules von Salis zu Grüsch, ein
Sohn der Gräfin Hortensia Martinengo di Barco, als er zu Venedig Hilfe suchen wollte gegen
den Veltlineraufstand.
                                                
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Stammtafel 30
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Das Kapitel ist eine leicht ergänzte Wiedergabe des Aufsatzes von Hans Pestalozzi, Geschichte der Familie
Pestalozzi in Chur, im Bündner Monatsblatt 1928.
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Grabstein Chur
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Des Maréchal de camp Ulysses v. Salis-Marschlins Denkwürdigkeiten, bearb. u. hg. v. C. v. Mohr, Chur
1858, S. 116. Memorie del Maresciallo di campo Ulisse de Salis-Marschlins, ed. C.v.Jecklin, Coira 1931, S.
118 ff.
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