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von Salis, der als bündnerischer Statthalter oder Vikar im Veltlin beamtet war. Ihr Bruder
Gubert, Bundeslandammann und Commissarius zu Chiavenna, zog nach Maienfeld und
wurde der Stammvater der Häuser von Salis-Maienfeld, -Malans und -Haldenstein
421
.
Hercules von Pestalozza war in Chur ein hochangesehener Mann. Im Jahre 1664 war ihm und
seinem Bruder Octavio die Bundsmannschaft seines Vaters und im folgenden Jahre auch die
Steuerbefreiung bestätigt worden
422
. Es war immer die Politik der Churer gewesen,
vornehme Fremde an sich zu ziehen, mit ihnen Familienverbindungen einzugehen und ihnen
den Weg zu ihren Staatsstellen zu öffnen. Dadurch erhielten sie eine stetige Auffrischung,
hauptsächlich aus dem Süden
423
.
Tafel 110 – Oberstleutnant Joh. Jakob von Pestalozzi, 1733-1817
So wurde «Junker Hauptmann Hercules von Pestaluz sampt Frau Liebsti» am l0.Dezember
1694 vom Churer Rat «auß Ansehen seiner hohen merita daß Burgerrecht verehrt». Am
gleichen Tag kauften sich seine beiden Söhne, die nach beiden Großvätern Antoni und
Gubert hießen, um einen halben Taler pro Person ins Bürgerrecht ein
424
. Damit hatte sich die
Familie auch de jure den Beherrschern ihrer Ursprungsstadt Chiavenna beigesellt und war
berufen, in der Politik der Herrenbünde mitzusprechen. Hercules starb drei Jahre später, am
25.Januar 1698, ein Jahr nach seiner Frau. Zu seiner Beerdigung wurden «ihre Weisheiten die
Herren Häupter der drei Bünde» offiziell abgeordnet
425
.
Er hatte nur zwei Söhne hinterlassen, die er beide in Zürich hatte studieren lassen
426
. Der
ältere, Junker Johann Anton, war vermählt mit Elsbeth Schorsch (de‘ Giorgi) von Splügen,
der Tochter des dortigen Podestaten und Landammanns. Bereits zwölf Jahre nach der
Einbürgerung ihrer Familie erlangten Johann Anton von Pestalozza und sein Bruder die
                                                
421
Sprecher, Sammlung rät. Geschlechter, 1.Jahrg., Chur 1847.
422
Staatsarchiv Graubünden, Chur, Bundestagsprotokolle, Bd.32, S. 188 (27.6.1664), Bd.34, S.62 (1665).
423
Dr. M. Valèr, Geschichte des Churer Stadtrates, Chur 1922, S. 103 u. 132.
424
Bürgerbuch sid dem jahr 1524, Stadtarchiv Chur.
425
Staatsarchiv Graubünden, Chur, Bundestagsprotokolle, Bd. 55, S.94 (1698).
426
Staatsarchiv Zürich, Album in Tigurina Schola Studentium (1685 ihre eigenhändige Eintragung).
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