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«Spaniöl»; überdies besaß sie noch drei Häuser mit Ställen und Gärten und einen Stall beim
Brunnen im Süßen Winkel. Dieser Name rührt von den zahlreichen Zuckerbäckern her, die in
jenem Winkel ihr echt bündnerisches Gewerbe betrieben. Das Gesamtvermögen der Dame
betrug über 100000 Gulden. Zu gleicher Zeit versteuerte ihre Nichte, Jungfrau Claudia von
Pestalozza, 36000, ihr Neffe, der spätere Bürgermeister, 80000 Gulden
433
. Von den vier
Kindern der Frau Ratsherrin haben nur zwei Söhne ein höheres Alter erreicht. Hercules von
Pestalozza (1700-1773) wurde 1730 Hauptmann und 1741 Zunftmeister. Seine Gemahlin war
Ursula von Salis-Maienfeld. Sie schenkte ihrem Gatten ein Töchterchen, das halbjährig starb.
Der jüngere Sohn der Ratsherrin hieß Johann Luzius. Sein Name stammt aus der Familie
seiner Mutter. Er starb, nachdem er eine Zeitlang im Welschland studiert hatte, im
siebenunddreißigsten Altersjahr.
Der Burgermeister von Chur
Das Haupt der Familie im 18. Jahrhundert und überhaupt die bedeutendste Persönlichkeit
des Geschlechts in Chur ist Hercules von Pestalozza, der Sohn des Oberstzunftmeisters
Johann Anton. Er hatte vier Schwestern, die angesehene Stellungen einnahmen. Regina, die
älteste, war vermählt mit Julius von Pestalozza, Herrn zu Tagmersheim, aus der Linie der
Pestalozzi zu Luzein. In jenem Gebirgsdorf, in dessen Mitte zahlreiche alte Herrenhäuser
stehen, welche hauptsächlich den Sprecher von Bernegg gehörten, spielte sie die Rolle der
«Hochwohlgebornen Frau Barone von Pestalutz»
434
.
Tafel 112 - Pestalozzi, Ragaz und Schwarz Wappen
Eine jüngere Schwester hatte 1722 den Hauptmann Paulus von Buol geheiratet. Die dritte
Schwester, die oben erwähnte Jungfer Claudia, blieb unverheiratet. Sie war den zahlreichen
Kindern und Großkindern des Bürgermeisters eine gute Tante und versah bei ihnen wie auch
in Luzein häufig Patenstelle. Die jüngste Schwester war Herrin im Thürligarten, dem
prachtvollen Herrensitz vor der Stadt jenseits der Plessur. Es ist ein imposantes Haus mit
trotzigem Treppengiebel und hochummauertem, großem Garten. Ihr Mann war der
Oberstzunftmeister Junker Hans Simeon von Raschär.
Der einzige Bruder in dieser Familie, Hercules von Pestalozza, wohnte - wenn er sich nicht im
Waldhausgut aufhielt -
im Zentrum der Stadt bei der Martinskirche in dem behaglichen
Pestalozzahaus
435
. Reiche schmiedeiserne Gitter verriegelten im Notfall den gewölbten
                                                
433
Steuerordnung v. 1733, III. Quart., Manuskr., Stadtarchiv Chur. Ebenda, I. Quart. - Valèr, Stadtrat, S. 134.
434
Kirchenbuch Luzein (Prättigau), Todestag 1754, 12. Mai.
435
Heute Simmen & Danuser in der Rabengasse 56. - Valèr, Stadtrat, 5. 133. - Das Bürgerhaus in der Schweiz,
Bd. XIV, Tafel 8 (Fassade).
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