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nichts mehr!
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In seinen letzten Lebensjahren hat sich das Interesse Paolo Pestalozzas begreiflicherweise
immer mehr dem Reich und dem Kaiser zugewandt. Am 16.Juli 1615 erteilte Kaiser Mathias
aus seinem Königsschloß zu Prag Paolo Pestalozza und seinen Nachkommen einen
Adelsbrief. Das Gesuch war sogar vom apostolischen Nuntius persönlich «gar beweglich»
unterstützt worden. In der Urkunde wird auf das Adelsdiplom für Dr. Niklaus Pestalozza,
Donatus und Julius, von 1583 erinnert und die Wappenvermehrung erteilt, die seither von
vielen Angehörigen der Linie Pestalozza a Luna geführt wird, nämlich die schwarzen
Doppelflügel im vorderen goldenen Feld, während das hintere Feld des gespaltenen Schildes
das Stammwappen enthält. Paolo Pestalozza erhielt damit den Ritterstand des Römischen
Reiches mit den sogenannten Lehensartikeln. Gemäß seinem Wunsch wurden er und seine
Nachkommen in den Schutz des Reiches und des Hauses Österreich aufgenommen. Im
weitern wurden gleichzeitig seine drei damals volljährigen Söhne, Johann Anton, Petrus
Martyr und Alexander, zu kaiserlichen Dienern ernannt, eine Stellung, die besonders bei
Kaufleuten, die mit den Reichsbehörden zu tun hatten, sehr gesucht war
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(19). Damit hatte
Paolo Pestalozza alles vorgekehrt, um seinen Söhnen den Weg in der Welt zu ebnen. Daß er
dann am 22.Oktober 1621 ausgerechnet von den Spaniern umgebracht wurde, wegen deren
angeblicher Begünstigung ihm vorher das Vermögen konfisziert worden war, ist eine Ironie
des Schicksals.
Des Kaisers wechselherren
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Die Söhne Paolo Pestalozzas de Luna konzentrierten ihre Tätigkeit auf das Geschäft in Wien,
das von ihnen im Zeitraum weniger Jahre zum größten Bankgeschäft der Hauptstadt des
Reiches ausgebaut wurde -
ja, das sich zum größten Wechselgeschäft des 17.Jahrhunderts
entwickelte. Von den verschiedenen Schweizer Bankiers, die es in Wien zu hohem Ansehen
und zu großem Einfluß auf die finanzielle und ökonomische Entwicklung brachten, waren
die Pestalozzi die Ersten.
Die geistige Führung des Unternehmens in der Periode des Aufbaus hatte der älteste der
sechs Brüder übernommen. Er war der angesehenste dieser, «Wexlherren» genannten, großen
Handelsherren. Johann Anthony von Pestaluz (a 1585, 1631) hatte in jungen Jahren an den
Türkenkriegen teilgenommen. Er war 1615 mit zwei Brüdern zum «Kaiserlichen Diener»
ernannt worden und hatte damit den für große Geschäftsbeziehungen in der Kaiserstadt
nötigen Schutz und den Zutritt zu den wichtigen Persönlichkeiten erlangt. In dem Jahrzehnt,
das dem tragischen Tod seines Vaters folgte, entwickelte er unablässig das gemeinsame
Bankhaus und untermauerte das Ansehen der Chefs des Hauses. Er war Mitbegründer der
ersten österreichischen Kriegsversorgungs-Gesellschaft. Zu des Vaters Zeiten waren es die
Türkenkriege gewesen; jetzt verhielten sich die Türken zum großen Glück für Kaiser und
Reich ruhig, denn jetzt hatte der Krieg des Kaisers gegen die evangelischen Fürsten
begonnen. Es war der Dreißigjährige Krieg, der gerade damals eingesetzt hatte. Die
kaiserliche Finanzverwaltung befand sich deswegen in noch größeren Verlegenheiten, als sie
schon zu normalen Zeiten an der Tagesordnung waren. Die Kriegsversorgungs-Gesellschaft
                                                
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Ebenda, Bd.13, S.45lf. (17.127.9.1624), Bd.14, S.270 (26.5.1627), Bd.15, S.24 (21./31.12.1627), S.99
(7./17.3.1628), S.122-124 (1.5.1628) und S. 151 (14.6.1628).
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Familienarchiv Zürich, Zentralbibliothek, Original des Adelsbriefes vom 16.7.1615.
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Stammtafel 31
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