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Der fünfte Sohn des Paolo Pestalozza de Luna war Stefan von Pestaluzzi (a 1601, ? 1659). Er
war der jüngste im Geschäft. Um 1627 hielt er sich in Nürnberg auf. Bei ihm wohnte ein
junger Vetter Edoardo Paravicini von Trahona. Als der Chef der Firma Johann Anthony
Pestalozza verlangte, daß der Knabe zu ihm nach Wien gebracht werde, erhob die
Verwandtschaft der Paravicini Einspruch, offenbar, weil sie den Knaben nicht so weit weg
und nicht in das katholische Wien geben wollten
505
. Stefan Pestalozza war und blieb
evangelisch. Er ist mit seinem Bruder Johann Baptist in der Bestätigung des Adels und ihrer
Freiheiten durch Kaiser Ferdinand II. von 1628 mit eingeschlossen, ebenso 1635 in den Adel
des Königreichs Ungarn mit aufgenommen worden. Seine Gattin war Rosina Foresti von
Preßburg. Auch dieser Stefan von Pestaluzzi, ungarischer Edelmann, hat sich nicht dauernd
in Wien niedergelassen. Von 1644 an lebte er in Chur
506
, wo er dann auch am 28.Februar 1659
gestorben ist. Sein einziger Sohn war ihm im Tod vorangegangen. So hinterließ er vier
Töchter, die alle den glückbringenden Namen Felicitas trugen und die alle mit Schweizern
verheiratet waren. Emilia Felicitas war die Gattin des Hartmann von Hartmanns von Parpan
(seit etwa 1652); nach dem Tode ihres ersten Mannes kehrte sie nach Wien zurück und
heiratete dort Benedikt von Lienz. Aus ihrem Testament (1671) ist ersichtlich, daß ihre
Schwester Maria Felicitas mit einem Herrn von Salis verehelicht war
507
. Die dritte Tochter,
Anna Felicitas, war die Gattin des Silvester von Rosenroll von Thusis (? 1680), ebenfalls eines
Bündners, der später Vikar im Veltlin und 1669 Kommissar in Chiavenna wurde. Damals ist
also wieder eine Tochter Pestalozzi in die ursprüngliche Heimat, die jetzt Bündner
Untertanenland war, zurückgekehrt in der Stellung der Gattin des Vertreters des
Landesfürsten. Die jüngste der vier Töchter, Eva Felicitas (? 1703), ist uns schon bekannt. An
ihrer Hochzeit in Chur, im Hause des Hauptmanns Johann Anton Pestalozzi-von Salis, haben
viele der eben erwähnten Personen teilgenommen. Ihr Gatte war Rudolf Pestaluz von Zürich,
aus dem «Brünneli» (
a 1632, 1700) (vgl. oben Seite 80).
Noch haben wir drei andere Söhne des Paolo Pestalozza de Luna zu erwähnen, die am
Geschäft in Wien nicht direkt beteiligt waren. Der zweitälteste Sohn, Petrus Martyr (a 1590),
der im Adelsdiplom von 1615 und noch 1623 als kaiserlicher Diener erwähnt ist, scheint bald
hernach gestorben zu sein. Der dritte Sohn, Alexander von Pestaluzzi (a 1591), hat die
Beamtenlaufbahn ergriffen. 1615 war er noch im väterlichen Geschäft und wurde ebenfalls
kaiserlicher Hofdiener. Titel und Wappen wurden ihm 1623 bestätigt
508
. Dann wurde er zum
kaiserlichen Rat ernannt und Salzdirektor in Wien. Er führte das Leben eines Edelmannes
und kaufte vom niederösterreichischen Landgrafen Balthasar Graf von Hoyos das Rittergut
Raggendorf. Daraufhin nahm der Kaiser auch ihn in den Ritterstand Niederösterreichs auf
(Diplom vom 4. Mai 1630)
509
.
Der jüngste der Brüder war Cäsar Pestaluzz (a 1603). Er studierte Jurisprudenz an der
Universität Basel und erwarb sich dort den Titel eines Doctor jur. utr. mit einer Dissertation
über die Lex Julia gegen den Ehebruch (ad Legem Juliam de adulteriis coercendis.... a Caesare
Pestaluzz Clavenna —
Rhaeto 1626)
510
. Dann kam auch er nach Wien und wurde 1635
                                                
505
Ebenda, Missiven B IV, 88, S.213 (8.9.1627).
506
Notiz auf dem Stammbaum von 1659 im Familienarchiv Zürich.
507
Genealog. Zeitschrift Adler, Bd. V, S. 136, Bd. IV, S. 239 (Auszüge aus Testamenten im Archiv des k. k.
Landgerichtes Wien).
508
Notizen aus dem Adelsarchiv Wien (Diplom vom 23.2.1623).
509
Jahrbuch Adler, III. Jahrg., S. 79.
510
Universität Basel, Diss. 322, Nr.21.
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