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ebenfalls mit seinen Brüdern in den ungarischen Adel aufgenommen. Er lebte auf dem Gut
Waufswerth bei Wien. Seine Frau stammte aus St. Gallen. Er heiratete nämlich 1649 Maria
Zollikofer (a 1617, ? 1686), die Tochter des in Wien niedergelassenen Handelsherrn
Christoph Zollikofer. Das Zollikofersche Bankgeschäft in Wien wurde durch den Schwager
Pestalozzis, Michael Zollikofer, in den siebziger Jahren des 17.Jahrhunderts auf der
Grundlage des Kupfer- und Salzexportes auf große Höhe gebracht
511
.
Drei Kinder des Ehepaares Pestaluzz-Zollikofer in Wien starben jung. Eine Tochter, Maria
Margaretha, heiratete Johann Cornelius von Conenz in Augsburg. Der einzige überlebende
Sohn zog, nachdem er sich auf ausgedehnten Reisen, der damals üblichen «Cavalierstour»,
ausgebildet und Sprachen gelernt hatte, nach Schlesien. Dort wurde er kaiserlicher
Kammerrat. Er besaß das Rittergut Falkenau. Seine Frau Maria Daniel war die Tochter eines
Rechtsanwaltes. Caesar Maria Pestalozzi war ein verdienstvoller Beamter der Kaiserlichen
Kammer und erhielt am 18.September 1680 für sich und seine Nachkommen nicht nur ein
sehr vermehrtes, geradezu barockes, Wappen, sondern auch den Titel «Wohlgeboren» und
den Namen «Caesar Maria Freiherr von Pestaluzzi und Sondereck». Er wurde damit dem
Freiherrenstand des Königreiches Böhmen einverleibt
512
.
In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts blieb somit nur noch Eva Catharina, die Tochter
Johann Baptist von Pestaluzzis, in Wien zurück. Sie lebte dort noch um 1680. Durch ihren
Mann, Octavius Pestalozzi aus Chur, ist nicht nur der Name, sondern auch das berühmte
Bankhaus weitergeführt worden.
Die Freiherren Pestaluz von Pestaluzzi
513
Octavio Pestalozzi
hatte offenbar von Chur die nötigen Voraussetzungen mitgebracht, um dem
Wiener Bankhaus neues Leben und neuen Schwung zu geben. War doch sein Vater nicht nur
Offizier und Diplomat, sondern auch ein sehr guter Vermögensverwalter gewesen. So war
Octavio bald als großer «Wexlherr» anerkannt. Neben dem Bankhaus seines Schwiegervaters
gründete er noch ein zweites Bankgeschäft unter dem Namen «Pestaluzzi, Gaun &
Zanchoni».
Dieses widmete sich speziell dem italienischen Geldverkehr. Diese Firma war aber auch mit
großen Kapitalien an der «Österreichisch-orientalischen Kompagnie» beteiligt, die den
Verkehr mit der Türkei (Levante) pflegte. So legte Octavio Pestalozzi den Boden, daß seine
Söhne und Enkel zu weiteren Würden aufsteigen konnten
514
.
Seine drei Söhne, Johann Anton, Johann Baptist und Herkules Nikolaus, wurden am
14.Februar 1681 von Kaiser Leopold in den rittermäßigen Adelsstand des Reiches und der
Erbländer erhoben und erhielten den Namen «Pestaluz von Pestaluzzi». Nach sechs weiteren
Jahren, 1687, wurden sie zu Freiherren des Königreichs Ungarn ernannt
515
.
                                                
511
Stammbuch der Familie Zollikofer, Manuskr. im Archiv Schloß Altenklingen. Leo Weisz, Schweizer
Bankiers in Wien, in Neue Zürcher Zeitung, 22.10.1936.
512
Stammbuch der Familie Zollikofer. Familienarchiv Zürich, I B 21 (Kopie des Freiherrendiploms vom 18.9.
1680).
513
Stammtafel 32
514
Leo Weisz, a.a.O.
515
Jahrbuch Adler, III.Jahrg., S. 79. Notizen aus dem Adelsarchiv Wien (Diplom vom 14.2.1681 und Gesuch
dazu, Diplom vom 15.10.1691).
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