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Tafel 118 - Wappen von Freiherren Pestalozzi-Mittermeyer von Waffenburg
Johann Anton Pestaluz von Pestaluzzi (a 1652, 1710) hatte die G
üter übernommen, die früher
seinem Großoheim mütterlicherseits des gleichen Namens (Seite 300) gehört hatten. So ist er
1681 Herr von Petzelsdorf, Kotig, Ebersdorf und Sievering (Schiffering). Am kaiserlichen
Hofe hatte er die Stellung eines niederösterreichischen Hofkammerrates, eines der obersten
Ämter der Finanzverwaltung. Im Jahre 1680 hatte er sich mit einer Bündnerin vermählt und
damit die Beziehung zur alten Heimat seines Vaters wieder aufgenommen. Seine Gattin war
Dorothea von Salis, die Tochter des späteren Bundslandammanns Gubert von Salis. In dem
umfangreichen Ehekontrakt («Heurathß-pacta») vom l0.Juni 1680, in dem sein Onkel Stefan
und sein Vetter Gubert Pestalozza aus Chur seine Beistände waren, hatte sich Johann Anton
Pestaluz verpflichtet, daß er die Hälfte seines großen Barvermögens ins Bündnerland
verbringen und sich dort einen Sitz zu kaufen suchen werde
516
. Johann Anton hat denn auch
eine erhebliche Zeit seines Lebens in Chur zugebracht. Dort wurde sein einziger Sohn,
Gubert, 1682 geboren, der als Kind starb. Dort blieb auch seine einzige Tochter, Eva
Catharina (? 1728); sie war die Gattin des Churer Ratsherrn Lucius Menhard
517
.
Im Gegensatz zum ältesten Bruder setzte sich der zweite Sohn Octavios, Johann Baptist
Pestaluz von Pestaluzzi (? 1705), dauernd in Wien nieder und gründete in der mütterlichen
Heimat eine zahlreiche Familie. Seine Gattin war eine Wienerin aus Beamtenadel, Anna Luzia
Mittermayer von Waffenburg (a 1658, ? 1714), die Tochter des kaiserlichen Rates und
Kammerbuchhalters Georg Mittermayer von Waffenburg
518
(. Johann Baptist hat nach
gründlicher Ausbildung auf Studienreisen sich offenbar kurz nach seiner Verehelichung eine
Zeitlang in Rom aufgehalten, wohin die Wiener Firma ja schon zu Wallensteins Zeiten
ausgezeichnete Verbindungen hatte. Als vornehmer und reicher Handeisherr der damaligen
Reichshauptstadt Wien, wurde er in der früheren Reichshauptstadt Rom mit offenen Armen
                                                
516
Kopie des Ehevertrages vom 10.6. 1680.
517
Stadtarchiv Chur, Totenbuch der St. Martinskirche, Bd. 6 (1728).
518
Siebmachers Wappenbuch, 4. Bd., 4. Abt. (Niederösterr. Adel), bearb. v. Dr.
J. B. Witting, Nürnberg 1918, 2.
Teil, 1. Hälfte, S. 483b (Art. Mittermayer v. Waffenburg). Geneal. Zeitschrift Adler, Bd VI,
S
. 498 (Sechs
Stammbäume Stadt Steyrer Familien).
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