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empfangen und am 16.Juni 1678 mit seinem kleinen Sohn, Carl Octavio, zum Bürger und
Patrizier von Rom angenommen, ja er erhielt sogar den Titel eines römischen Senators
519
. Er
war nicht nur für sein eigenes Geschäft, sondern auch für den Kaiser und die
Reichsverwaltung tätig, zunächst im Amt eines «Verkaufsadministrators». Seine Verdienste
bestanden, wie es in diesem großen Bankhause seit Generationen der Brauch war,
hauptsächlich in «Anticipationen», d.h. Darlehen an die Regierung, die dann später aus
eingehenden Steuern zurückbezahlt wurden. Er führte seither den Titel eines kaiserlichen
«Quecksilberkorrespondenten». Im Jahre 1691 erhielt auch er den Titel eines Kaiserlichen
Rates (Bestätigung durch Kaiser Leopold am 15.Oktober 1691)
520
. Seine Kinder haben die
Wiener Linie fortgesetzt.
Ein weiterer Handelsmann zu Wien, Stefan Pestaluz, auf den sich nach Siebmacher die Adels-
und Freiherrndiplome von 1681 und 1687 ebenfalls beziehen sollen, saß im alten
herrschaftlichen Handelshof der Pestaluzzi zu Wien, im kleinen Federlhof. Er kaufte 1696 von
der Fürstin Dietrichstein das Gut Pötzleinsdorf
521
. Seine Gattin, Maria Anna geb. Floquinin,
heiratete 1707, nach Stefans Tode, den Leibmedikus des Kaisers, Johann Ignaz Baron von
Peintema, kaiserlicher Rat und königlich-ungarischer Archiater.
Ein Sohn des Ehepaares Octavio und Eva Catharina Pestalozzi war mit elf Jahren in Breslau
gestorben (Octavio 1677). So blieb als vierter Sohn Herkules Nikolaus Pestaluz von Pestaluzzi.
Auch auf ihn bezieht sich das Adels- und das Freiherrendiplom von 1681 und 1687. Er blieb
jedoch nicht in Wien. Er hatte 1661 an der Universität Leiden studiert. Später trat er in den
Verwaltungsdienst des Großen Kurfürsten und seines Sohnes, Friedrichs III., Kurfürsten von
Brandenburg, der hernach als Friedrich I. König von Preußen wurde. Herkules Nikolaus von
Pestaluzzi war jedenfalls der evangelischen Konfession treu geblieben. Der Kurfürst ernannte
ihn zum Hofrat und zum kurbrandenburgischen Legationsrat. Kurz vor 1684 hatte er die
Herrschaft Geilenfelde erworben. Im Jahre 1707 wurde Herkules Nikolaus Amtshauptmann
der Stadt Driesen in der Mark Brandenburg. Er hat offenbar keine Nachkommen hinterlassen,
denn nach 1710 ist der Familienzweig in Brandenburg wieder erloschen
522
.
Der zweitälteste der Brüder, der oben erwähnte Johann Baptist, hatte fünf Söhne und fünf
Töchter hinterlassen. Ihnen allen wurde in einer umfangreichen Urkunde, datiert Wien,
27.Februar 1716, der ungarische Freiherrenstand bestätigt
523
.
Chef des Hauses wurde Carl Octavio (a 1676, ? 1735), kaiserlicher Hofrat. An ihn erinnerten
sich die Bündner, als sie eine Art ständige Gesandtschaft in Wien errichten wollten. Der
Bundestag beschloß im Jahre 1715
524
:
«Schon seit vielen Jahren haben es wohlgesinnte und vernünftige Patrioten vor ein sehr
nützliches und nothwendiges Stuck angesehen, daß unser Standt eine charakterisierte,
bekannte Persohn an dem Kayserl. Hofe zu Wien haben sollte, so unseres Standts
interesse mit besserem Nachtruck und mehrerer Beschleunigung alß biß dato nur mit
Briefen (deren viel gar nicht beantwortet werden) geschehen möchte, wegen den großen
                                                
519
Familienarchiv Zürich, I B 24 (Kopie des Freiherrendiploms vom 27.2. 1716).
520
Ebenda, I B 22 (Übersetzung des Diploms vom 15.l0.1691).
521
Geneal. Zeitschrift Adler, Bd.V, S. 413 und 415 (Auszug aus Akten im Archiv des k.k. Landgerichtes Wien).
522
Siebmachers Wappenbuch, Band: Ausgestorbener Adel der preuß. Provinz Schlesien, 3. Teil, bearb. v. C.
Blazek, Nürnberg 1894 (Art. Pestalozzi).
523
Abschrift im Familienarchiv Zürich, I B, Nr.24.
524
Staatsarchiv Graubünden, Chur, Bundestagsprotokolle, Bd. 80, S. 398 (19.4./2.5.1715) und S. 411.
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