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IV. - DIE REICHSGRAFEN VON PESTALOZZA UND IHRE VORFAHREN
Erste etappe: Castasegna im Bergell
Nicht wie die andern Familienzweige, die sich entweder durch die Not der Zeit zur
fluchtartigen Auswanderung gezwungen sahen oder auf Grund sorgfältiger Überlegung zum
Entschluß, anderswo sich niederzulassen, gekommen waren, sondern nur schrittweise
vermochten sich die Pestalozza, deren Nachkommen heute in Deutschland leben, von
Chiavenna zu lösen. Der Aufenthalt, den im Jahre 1621 Francesco Pestalozza (Stammtafel 10) -
wie die Churer und Wiener Linie aus dem Stamme der
Pestalozza de Luna
-
in Zürich
genommen hatte, war von Anfang an nur als vorübergehende Zuflucht gedacht. Er war mit
seiner Gattin, Margaretha von Salis, und sechs Kindern vor den Schrecken des
ausbrechenden Bürgerkrieges und der Religionswirren in die Stadt Zwinglis geflohen, die
bereitwillig den Evangelischen ihre Tore öffnete.
Tafel 119 - Grafen Pestalozza in Castasegna Wappen
531
In der «Nota delle Persone scacciate dalla lor patria le quali si ritrovano in Zurigo» wird er
unter den «Persone di famiglia nobile» angeführt:
«Francesco Pestalozza, infermo, con la muglie et 6 figli»
532
.
Er hatte auch einen Teil seines flüssigen Vermögens mitgebracht, das er bei Zürcher
Handelsfirmen anlegte. Allerdings hatte er später damit Unannehmlichkeiten, da Leonhard
Holzhalb die 2400 Gulden nicht voll zurückzahlen wollte, weil er «den mehrigsten teil an
schlechtem Püntner gebt» erhalten habe
533
.
Um jene Zeit schickte Francesco Pestalozza seinen Sohn Claudius Pestalozza zum Studium an
die Universität Basel
534
. Später nahm dieser in Genf Wohnsitz. Von dort aus kam er 1624 nach
                                                
531
Von Grabmail in Castasegna, 1645
532
Staatsarchiv Zürich, Akten Graubünden, Mappe 11(1621).
533
Ebenda, Ratsmanual 360, S. 20 (6.2.1623), und Ratsurkunden B V, Bd.57, S. 99 (9.6.1624).
534
J. R.
Truog, Die Bündner Studenten in Basel von 1460 bis 1700, im Jahresbericht der histor.-antiquar.
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