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«Hoc sub lapide jacet
Peril. D.Julius de Pestalotiis
Miles pro patria strenuus
Qui vivens hunc sibi tumulum locum elegit
Heu mirum
Quos mors disjunxit eos conjunxit
Hic et enim pater eius, Hic conjunx
Dilec
ma
Cuius epitaphium huic muro
impositum conspicis, Hic frater, Hic
liberi, Hic nurus, Hic nepotes cum
eo requiescunt.
Obiit A. MDCLXXIX Die XII Septemb AET
IS
AN
RU
LXIX
Joh. Petrus, Joh. Antonius, Julius, Hercules
et Claudius optimi parentis memores exig.
Hoc gratitud. testim. poni curarunt.»
Wie es die Inschrift festhält, ruht die ganze Familie vereint in Castasegna. Hatte die vorige
Generation wenigstens werktags noch in Chiavenna geweilt und gearbeitet, so suchte die
nachfolgende im herrschenden Bündnerland Fuß zu fassen. Schon im Todesjahr des Vaters,
1679, wurden seine zwei Söhne, Giovanni Pietro und Giovanni Antonio, in die vollen
Bundesrechte aufgenommen. Es brauchte dazu eine Volksabstimmung in allen souveränen
Gemeinden Graubündens, die mit 34 zustimmenden und 10 ablehnenden Gemeindestimmen
bei 19 Enthaltungen zu dem erhofften Resultat führte, daß die Bewerber zu
«Pundtsgenossen» angenommen wurden
539
. Sie hatten sich bereits mit Töchtern aus
regierenden Familien vermählt. Der älteste, Giovanni Pietro Pestalozza (? 1714), hatte die
Tochter des Landammanns des Oberengadins, Hauptmann Conrad von Planta, Catharina
von Pianta (? 1717), zur Frau. Ihr Gro
ßvater, Balthasar von Pianta, hatte 1655 als Kommissar
in Chiavenna regiert. Die Gattin Johann Anton Pestalozzas war Anna Maria von Sprecher
von Luzein. Der jüngste Sohn, «Junker» Claudius Pestalozza (1668-1730), lebte seit 1708 in der
bündnerischen Hauptstadt Chur. Er war Obristwachtmeister. Dorthin hatte sich auch seine
Mutter, die Witwe Elisabetha Pestalozza geb. de Brocco, zurückgezogen (? 1710)
540
.
Von den Töchtern Julius Pestalozzas hatte die eine, Emilia Lidia, ebenfalls in die Familie
Pianta geheiratet; sie war die Gattin Jakobs von Pianta (1644-1724). Eine andere Tochter,
Claudia, hatte vollends nördlich der Alpen ihre neue Heimat gefunden als Frau des
Ratsherrn Marius Eccolt zu Lindau am Bodensee
541
. Wahrscheinlich ist auch Anna Maria
Pestalozza, die Ehefrau des Podestà Gadina aus dem Bergeli, deren wappengeziertes
kastenförmiges Ehebett noch vorhanden ist, eine der Töchter des Julius Pestalozza
542
.
So hatten die Kinder dieser Familie alle außerhalb des Untertanenlandes Chiavenna neue
Heimstätten gefunden; .... und doch sollte, mehr als ein Jahrhundert später, eine Familie aus
diesem Stamm wieder den Weg nach Chiavenna und Castasegna zurückfinden.
                                                
539
Staatsarchiv Graubünden, Chur, Bundestagsprotokolle, Bd.41, S. 21(18.10.1679) und S. 62.
540
Stadtarchiv Chur, Kirchenbücher zu St. Martin, Bd. 6.
541
Bayer. Staatsarchiv Neuburg, Pfalz-Neuburg, Akt Nr.5231, Blatt 128 (1.4.1681).
542
Das Bürgerhaus der Schweiz, Bd. XII (Graubünden), Taf. 106 (Holzschnitzerei an einem Kistenbett, heute in
Isola bei Maloja).
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