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Anna Maria Sprecher von Luzein, eine Vereinbarung über die künftige gemeinsame
Verwaltung der Herrschaft Tagmersheim, wobei sie vorsahen, daß jeder wechselweise für
zwei Jahre dort die Herrschaftsrechte ausüben werde
561
.
Aber auch der älteste Bruder, Johann Peter (Giovanni Pietro) Pestalozza-von Planta, starb
1714 ohne Kinder. So ging Tagmersheim als Fideikommiß an die Nachkommen Johann
Anton Pestalozzas und der Anna Maria Sprecher allein über.
Als dessen Sohn Julius von Pestalozza (? 1738) die Herrschaft antrat, hatten er und seine
Frau, Regina von Pestaluzza-Chur, das Bedürfnis, für eine würdige Begräbnisstätte der
Famiglie zu sorgen. Wenn bisher ein Angehöriger der Familie Pestalozzi in Tagmersheim
gestorben war, hatte die Bestattung mangels eines evangelischen Friedhofes außerhalb des
Bereiches der eigenen Herrschaft stattfinden müssen. So waren Johann Anton 1712 und
Johann Peter 1714 in Solnhofen begraben worden
562
. Daher errichteten Julius und Regina von
Pestalozza 1725 neben der Kirche eine Grabkapelle mit wappengeschmückten Gedenktafeln.
Tatsächlich ist dann aber nur ein Töchterlein, Elisabeth, in dieser Gruft beigesetzt worden.
Julius Pestalozza nannte sich, offenbar nicht auf Grund eines Patentes, sondern
gewohnheitsrechtlich, Baron von Tagmersheim. Seine Laufbahn spielte sich aber im
wesentlichen im Bündnerland ab.
Erst in der Person seines ältesten Sohnes, Joseph Johann Anton Bernhard von Pestalozza (a 1711,
? 1759), hat sich ein Zweig der Familie endgültig und dauernd in Tagmersheim
niedergelassen. Die Trennung von seiner Familie in Luzein vollzog sich indessen nicht ohne
Zerwürfnis. Johann Anton, wie er zu Hause genannt wurde, hatte einen Hofmeister zur
Erziehung erhalten und war zweimal nach Nürnberg in die höheren Schulen geschickt
worden. Er bereitete aber seinem Vater etliche Sorgen. Dieser sorgte daher für eine
Kadettenstelle in der Schweizergarde in Frankreich. Daraufhin lief der Jüngling von zu
Hause fort und begab sich nach Neuburg in ein Jesuitenkollegium. Er ersuchte den
Kurfürsten um Schutz. Durch seinen Konfessionswechsel im Dezember 1731 verlieh er
seinem Gesuch den nötigen Nachdruck. Er erhielt in der Person des Geheimen Rats von
Scheller einen Pfleger, der dafür zu sorgen hatte, daß aus der Besitzung Tagmersheim die für
den jungen Kavalier nötigen Einkünfte aufgebracht wurden, und zwar, wenn nötig, mit
militärischer Exekution, da der Vater naturgemäß mit dieser Wandlung der Dinge nicht
einverstanden war. So gelang es Johann Anton, sich noch zu Lebzeiten seines Vaters
praktisch in den Genuß der Einkünfte der Herrschaft Tagmersheim zu setzen
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. Den Besitz
der Herrschaft erhielt Johann Anton (Bernhard) von Pestalozza unmittelbar nach dem Tod
seines Vaters 1738. Er hatte am 20.Februar 1734 die Tochter des Reichsfreiherrn Johann
Sigmund Anton Franz von Reisach auf Kirchdorf und Steinburg zur Gemahlin erhalten und
war damit auch verwandtschaftlich in den Kreis des pfälzischen Adels getreten. Die
Erbauseinandersetzungen mit seiner Mutter und seinen Geschwistern dauerten Jahre und
beschäftigten die Behörden Bündens und von Neuburg, änderten aber nichts an der Tatsache,
daß Johann Anton alle im Reich gelegenen Vermögensteile behielt. Doch auch nach Abschluß
                                                
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Ebenda, Bl. 21(3.9.1678), 23, 32, 40, 44 (Vereinbarung vom 24.4.1681), 56, 66, 78, 135 (30.7.1682), 151-156
(Vergleich vom 4.8.1682).
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Die genealogischen Angaben dieses Abschnittes sind den Kirchenbüchern von Tagmersheim, kath.
Pfarramt, entnommen. Einige Daten stammen aus Genealog. Handbuch des in Bayern immatrikulierten
Adels, Bd. III, Schellenberg, 1952, S.66-73 (Art. Pestalozza).
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Notizen von Dr. Emil Pestalozzi-Pfyffer aus der Korrespondenz des Kurfürsten Karl Philipp von der Pfalz
(Eingaben des Rats von Scheller und Joh. Anton Pestalozzas 1731 und 1732).
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